Ärzte Zeitung online, 30.07.2009

Wissenschaftler erwarten Pkw-Maut bis 2015

BREMERHAVEN(dpa). Autofahrer müssen sich in Deutschland nach Experten-Ansicht mittelfristig auf eine Personenwagen-Maut auf allen Autobahnen und auch auf größeren Landstraßen einrichten. Zu diesem Ergebnis kommt nach einem Bericht der Bremerhavener "Nordsee-Zeitung" (Donnerstag) eine Studie des "Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel" (InnoZ) in Berlin.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte eine Pkw-Maut zuletzt erneut abgelehnt. Sie führe nur zu "Verwerfungen" zwischen Viel- und Wenigfahrern, sagte sie dem in Stuttgart erscheinenden Magazin "auto motor und sport".

Wie die "Nordsee-Zeitung" schreibt, sehen die InnoZ-Verkehrswissenschaftler angesichts der drastisch gestiegenen Verschuldung keine bezahlbare Alternative, um das Straßennetz in Deutschland auf dem bestehenden Niveau zu halten. An einen Ausbau sei erst gar nicht zu denken. Der demografische Wandel und die steigende Staatsverschuldung machten eine Pkw-Maut bis 2015 nötig, sagte Frank Hunsicker vom InnoZ dem Blatt. Bis 2030 solle die Umstellung von der öffentlichen zur Nutzerfinanzierung der Straßen - also die flächendeckende Einführung der Maut - weitgehend abgeschlossen sein.

Zur Höhe der Gebühren konnte das InnoZ keine Angaben machen. CSU-Chef Horst Seehofer hatte für eine deutsche Pkw-Maut die Summe von 100 Euro pro Jahr in den Raum gestellt. Aus Sicht des Automobilclubs ADAC würde die Pkw-Maut zu mehr Staus, Unfällen und Lärm führen, weil sich der Pkw-Fernverkehr auf die Land- und die verbliebenen mautfreien Bundesstraßen verlagern würde.

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