Ärzte Zeitung online, 05.08.2009

40 Prozent der Lehman-Opfer mit Prozess-Chancen

DÜSSELDORF (dpa). Etwa 20 000 deutsche Opfer der Lehman-Brothers-Pleite haben einer Studie zufolge gute Chancen, einen Schadenersatz-Prozess gegen ihre Bank zu gewinnen. Das hat die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag in Düsseldorf mitgeteilt. Die DSW schätzt die Gesamtzahl der Geschädigten in Deutschland auf 50 000.

Eine Anwaltskanzlei hatte im Auftrag der DSW 800 Fälle geprüft und war in 40 Prozent der Fälle auf verschiedene Beratungsfehler der Banken gestoßen, die die Lehman-Zertifikate verkauft hatten. Für weitere 40 Prozent der Fälle attestierten die Juristen einen unsicheren Ausgang einer Schadenersatzklage. Jeder fünfte Betroffene hat aus Sicht der Anwälte keine Chance auf Schadenersatz.

Das durchschnittliche Opfer der Lehman-Brothers-Pleite sei 60 Jahre alt und habe zwischen 10 000 und 24 000 Euro verloren. Drei Prozent der Anleger hätten mehr als 150 000 Euro verloren. Zur Gesamtschadenshöhe der deutschen Anleger wollte sich die DSW nicht äußern. Bei einer durchschnittlichen Anlage von 20 000 Euro und 50 000 Geschädigten würde sich der Verlust auf eine Milliarde Euro summieren.

Der DSW wies daraufhin, dass die Opfer durchaus Chancen hätten, für ihre derzeit scheinbar wertlosen Zertifikate aus der Insolvenzmasse der zusammengebrochenen Investmentbank einen Teil ihrer Anlagesumme zurückzubekommen. Die Forderungen müssten bis zum 2. November in den USA angemeldet werden. Derzeit werde die Insolvenzquote auf 16 bis 20 Prozent geschätzt.

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