Ärzte Zeitung online, 27.08.2009

Finanzkrise geht nicht spurlos an der apoBank vorbei

DÜSSELDORF (ava). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) schreibt trotz Finanzkrise weiter schwarze Zahlen - allerdings wesentlich niedrigere als noch vor einem Jahr. So ist der Bilanzgewinn im ersten Halbjahr 2009 um 86 Prozent von 56,8 Millionen Euro auf 7,6 Millionen zurückgegangen. Grund dafür ist die Zurückhaltung der Anleger.

Diese spiegelt sich auf Bankseite mit einem Rückgang der Vermittlungsgebühren für Geldanlagen wider. Der Provisionsüberschuss lag bei 35,5 Millionen Euro, nach 73,5 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Wachstum verzeichnet die Bank dagegen im Kreditgeschäft: Der Kundenkreditbestand wuchs von 24,6 Milliarden Euro Ende 2008 auf 24,9 Milliarden Euro Ende Juni 2009 - zwei Milliarden Euro davon sind Neuausleihungen im Darlehensbereich. Das belege eindrucksvoll, so Vorstandsprecher Herbert Pfennig, "dass es bei uns keine Kreditklemme gibt".

Sorgen bereiten der Bank die immer strengeren Kriterien, nach denen Ratingagenturen Wertpapiere einstufen. In der Folge müssen die Banken mehr Eigenmittel zur Sicherung von Kreditausfallrisiken bereitstellen. So fiel die Kernkapitalquote der Bank in den ersten sechs Monaten von 8,7 auf 6,4 Prozent. Im Halbjahresbericht kündigt die Bank an, über den Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) eine zeitlich befristete Eigenkapitalentlastung auf den Weg gebracht zu haben.

Nach Informationen des "Handelsblatts" handelt es sich dabei um die Absicherung zweier strukturierter Wertpapiere durch die Einlagensicherung des BVR. Dadurch werde das Eigenkapital der Bank um 120 Millionen Euro entlastet.

Prognosen für das Jahr 2009 will Pfennig nicht machen: "Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Finanzmarktkrise lässt aus heutiger Sicht keine zuverlässige Ergebnisprognose für das Gesamtjahr 2009 zu." Das heißt konkret: Noch ist unklar, ob und in welcher Höhe die mehr als 100 000 Genossenschaftsmitglieder eine Dividende erwarten können. Seit Jahren lag sie bei sechs Prozent.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »