Ärzte Zeitung, 12.11.2009

Geldanlage: Nicht jede Anleihe bringt Stabilität ins Depot

Anleihen gelten als sichere Beimischung fürs Depot -wenn sie von Staaten ausgegeben werden.

Geldanlage: Nicht jede Anleihe bringt Stabilität ins Depot

NEU-ISENBURG (hai). Finanzexperten raten Anlegern, einen Teil ihres Geldes in Anleihen zu investieren. "Staatsanleihen aus der Euro-Zone bringen Stabilität in jedes Depot, weil Zinsen und Rückzahlung des Kapitals durch die Nationen garantiert sind und kein Währungsrisiko besteht", sagt Folker Hellmeyer, Chefvolkswirt der Bremer Landesbank.

Mit Anleihen borgen sich Staaten und Unternehmen Kapital von Investoren. Am Ende der Laufzeit wird der Nennwert der einzelnen Scheine von jeweils 100 Euro zurückgezahlt. Bis dahin schüttet der Emittent jedes Jahr eine feste Summe als Zinsvergütung - den so genannten Coupon - aus.

Die tatsächliche Zinsrendite der Papiere hängt davon ab, zu welchem Kurs eine Anleihe erworben wird. Notieren die Papiere unter Nennwert, liegt die Zinsrendite oberhalb, im umgekehrten Fall unterhalb des Coupon-Wertes. Um die reale Rendite zu errechnen, dividieren Anleger den Coupon-Wert durch den Börsenkurs und multiplizieren anschließend mit 100.

Steigen die Aktienkurse, verkaufen Investoren Anleihen und schichten in Aktien um. Dadurch fallen die Kurse der Schuldverschreibungen, während spiegelbildlich ihre Renditen steigen. Umgekehrt flüchten Anleger bei Börsenturbulenzen in Anleihen, wodurch deren Kurse steigen und die Renditen fallen.

Bei Unternehmensanleihen besteht die Gefahr, dass die Firma Pleite geht. Hellmeyer: "Sicherheitsorientierte Anleger sollten deshalb nur zu Staatsanleihen greifen."

Durch die milliardenschweren Rettungspakete der Regierungen ist die Staatsverschuldung weltweit massiv gestiegen. Investoren fürchten deshalb steigende Inflationsraten und erwarten Leitzinserhöhungen der Notenbanken. Sie haben daher Staatsanleihen mit langer Laufzeit abgestoßen und in Papiere mit kurzer Laufzeit umgeschichtet.

Ad van Tiggelen, Anleihestratege bei ING Investment Management, hält die Teuerungsängste jedoch für übertrieben: "Die Inflation wird in Europa auf lange Sicht niedrig bleiben." Vor diesem Hintergrund könnten Anleger zu höher verzinsten Staatsanleihen mit langer Laufzeit greifen.

Zum Depot-Check

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Warum Schlafmangel heißhungrig macht

Schlafmangel kurbelt den Hunger an, das kennen viele aus Erfahrung. Warum das so ist, haben jetzt Forscher entschlüsselt: Es liegt nicht an den Hormonen. mehr »

Fertigprodukte mit weniger Fett und Zucker

Bis 2025 soll es weniger Salz, Fett und Zucker in Convenience-Produkten geben. Laut Medienberichten hat sich Ernährungsministerin Klöckner mit der Industrie auf Zielwerte geeinigt. mehr »

EU verbietet Einweg-Plastik

Die EU setzt gegen die Meeresverschmutzung auf ein Einweg-Plastik-Verbot – und darauf, dass die Industrie sich künftig an den Reinigungskosten beteiligt. Warum haben gerade Flaschendeckel dem Deal Steine in den Weg gelegt? mehr »