Ärzte Zeitung online, 26.11.2009

Arbeitslosigkeit häufigste Ursache für private Schulden

WIESBADEN (dpa). Arbeitslosigkeit ist der häufigste Grund für eine private Überschuldung. Das geht aus einer Erhebung des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach stürzte der Jobverlust ein knappes Drittel (28 Prozent) der von Schuldner-Beratungsstellen betreuten Klienten in finanzielle Schwierigkeiten.

Im Schnitt häufte jeder Betroffene 36 000 Euro Schulden an. Hauptgläubiger waren Banken. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten beruhen auf Angaben von 214 Schuldner-Beratungsstellen für das Jahr 2008.

Andere Auslöser waren Trennung, Scheidung oder Tod eines Partners sowie Krankheit und Unfall. Alleinlebende Männer steckten deutlich häufiger in den roten Zahlen als Singlefrauen. Alleinerziehende Mütter suchten überproportional oft Rat bei einer Schuldner-Beratung.

Als überschuldet gilt derjenige, dessen Haushaltseinkommen und Vermögen auf Dauer nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt zu decken. Insgesamt 55 Prozent der überschuldeten Menschen mussten laut Statistik mit weniger als 900 Euro monatlich auskommen. Nur drei Prozent hatten mehr als 2000 Euro zur Verfügung. Ein Drittel des Durchschnittseinkommens pro Haushalt von 1181 Euro wurde für die Miete ausgegeben. Den Überschuldungsbericht veröffentlicht das Statistische Bundesamt in Wiesbaden seit 2006.

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