Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

Bankchef warnt vor neuer Spekulationsblase

HAMBURG (dpa). Der Vorstandsvorsitzende der HypoVereinsbank, Theodor Weimer, hat vor einer neuen Spekulationsblase gewarnt. Derzeit versuchten jene Marktteilnehmer, die in der Finanzmarktkrise Verluste erlitten hätten, diese zu kompensieren, sagte er am Freitag auf dem Wirtschaftsforum der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Unternehmer und Vorsitzende von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus, kritisierte das hohe Einkommen von Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann. "Was will er damit?", fragte der Konzernlenker bei der Podiumsdiskussion "Deutsches Unternehmertum".

Der Vorstandsvorsitzende der Metro AG und des Duisburger Mischkonzerns Haniel, Eckhard Cordes, wies einseitige Schuldzuweisungen an Manager vehement zurück. Der Chef von weltweit mehr als 330 000 Mitarbeitern betonte, es liege in der Natur des Menschen, nach mehr zu streben.

Geld sei dafür ein wirksames Anreizsystem. Dem widersprach Heraeus. Der Unicef-Chef betonte, Geld sei nicht der einzige Maßstab für menschliche Zufriedenheit. Gerade für Familienunternehmer sei die Leidenschaft für die Tätigkeit eine wesentliche Triebfeder.

Gesetzliche Obergrenzen für Managergehälter lösten das Problem nicht, sagte Cordes. Stattdessen müsse die internationale Staatengemeinschaft verbindliche Regelsysteme entwickeln, um Fehlentwicklungen künftig zu verhindern.

Der frühere Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, forderte, dass Unternehmenslenker wieder Vorbilder für die Gesellschaft werden müssten. Gewinnmaximierung dürfe nicht im alleinigen Mittelpunkt des Handelns stehen.

Zuvor hatte Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) bereits für Familienunternehmer Partei ergriffen, die anders als angestellte Manager ihren Firmen viel näher seien. So zeigten sie etwa im Umgang mit der eigenen Belegschaft mehr Fingerspitzengefühl und seien deshalb seltener Prestigekämpfen mit Gewerkschaften ausgesetzt als Manager.

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