Ärzte Zeitung online, 08.12.2009

Etliche Beschäftigte zahlen vorübergehend mehr Steuern

BERLIN (dpa). Etliche Beschäftigte müssen wegen einer Umstellung im Steuersystem im kommenden Jahr vorübergehend geringfügig mehr Steuern zahlen. Es betreffe den "eng begrenzten" Kreis verheirateter Alleinverdiener ohne Kinder mit Steuerklasse III und einem Jahreseinkommen zwischen 25 000 und 30 000 Euro, sagte der Sprecher des Finanzministeriums, Michael Offer, am Montag in Berlin. In diesen Fällen nutze zudem der Ehegatte die Steuerklasse V nicht.

Die Mehrbelastung von weniger als zehn Euro im Monat könne mit der Einkommensteuererklärung für das Jahr 2010 wieder ausgeglichen werden. Diese "leichte Verschlechterung" treffe also nur einen geringen Teil der Steuerzahler, die überwiegende Mehrheit komme in den Genuss einer deutlichen Entlastung, betonte Offer.

Die "Bild"-Zeitung hatte am Montag unter Berufung auf Berechnungen des Bundes der Steuerzahler berichtet, dass die Mehrbelastung je nach Einkommenshöhe bis zu 9,16 Euro im Monat betrage. Betroffen sind demnach vor allem kinderlose Arbeitnehmer mit Steuerklasse III und einem monatlichen Bruttoeinkommen zwischen 1685 und 2700 Euro. Alleinerziehende mit einem Kind (Steuerklasse II) und einem monatlichen Bruttolohn zwischen 1020 und 1200 Euro müssen mit Mehrbelastungen von bis zu 3,25 Euro pro Monat rechnen.

Das Ministerium begründete die höhere Steuerlast - ähnlich wie der Steuerzahlerbund - unter anderem mit dem Wegfall der sogenannten Günstigerprüfung. Danach konnte man sich seit deren Einführung 2005 gegebenenfalls nach den günstigeren Konditionen des Jahres 2004 besteuern lassen.

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