Ärzte Zeitung online, 21.12.2009

15 Prozent der Europäer ohne Altersvorsorge

LONDON (ava). 15 Prozent der Europäer verfügen über keine Altersvorsorge. Dies geht aus der Janus Capital European Consumer Finance Studie hervor - einer jährlichen Untersuchung zur Finanzlage europäischer Privathaushalte.

Zudem sahen sich elf Prozent der Sparer infolge der um sich greifenden Rezession gezwungen, auf ihr angespartes Kapital zurückzugreifen. Insgesamt sind 60 Prozent der Europäer der Meinung, keine angemessene Altersvorsorge getroffen zu haben.

Die Krise hat damit im Jahr 2009 die Vorsorge der europäischen Bevölkerung erreicht. 45 Prozent bewerteten ihre finanzielle Lage schlechter als vor einem Jahr. In den sechs untersuchten Ländern (Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien) investieren nur 63 Prozent der befragten Personen aktiv in Sparprodukte. Dabei sind jedoch 55 Prozent der Befragten der Meinung, die Anlage in Aktien sei kein geeigneter Weg, seinen Ruhestand abzusichern.

Vertrauen in staatliche Absicherung ist hoch

Interessanterweise ist jedoch das Vertrauen in die staatliche Absicherung recht hoch. Europaweit erwarten beinahe die Hälfte der Befragten (47 Prozent) in irgendeiner Form eine staatliche Rente. Deutschland liegt hier an der Spitze: Hier vertrauen 73 Prozent der Befragten darauf, im Alter Geld vom Staat zu erhalten. Das angestrebte Ruhestandseintrittsalter liegt im Durchschnitt bei 62 Jahren. Diesbezüglich waren die Antworten quer durch alle Nationen relativ einheitlich.

Die Studienautoren kommen auch zu dem Schluss, dass Europa mehr als zehn Jahre nach Einführung des Euro noch lange kein einheitlicher Finanzraum ist. So sticht unter den sechs befragten Nationen die Niederlande als Land mit den finanzstärksten Privathaushalten hervor. Spanien und Italien zeigten indes die schwächsten Ergebnisse. Die dortigen Privathaushalte hatten am meisten unter der Kreditklemme zu leiden, sind mit einer überdurchschnittlich hohen Gefährdung der Arbeitsplätze konfrontiert und haben größere Probleme beim Schuldendienst als andere untersuchte Länder. Die Deutschen belegen bei vielen Fragen eine Position im Mittelfeld.

www.janus.com

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »