Ärzte Zeitung, 11.01.2010

Schweinegrippe belastet Wirtschaft bislang kaum

BERLIN (eb) Die Schweinegrippe hat bislang nicht zu größeren Schäden für die deutsche Wirtschaft geführt. "Die Folgen sind vernachlässigbar", sagte der Gesundheitsexperte des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Boris Augurzky Presseberichten zufolge. Das RWI und der Versicherungskonzern Allianz hatten bei einem schweren Verlauf der Pandemie mit Kosten von bis zu 40 Milliarden Euro gerechnet. Bei einem milden Verlauf mit maximal 15 Millionen Infizierten wären es rund 10 Milliarden Euro. "Aber auch davon sind wir weit entfernt", so Augurzky.

Der Schaden für die Wirtschaft hält sich auch deshalb in Grenzen, weil viele Unternehmen wegen der Finanzkrise ohnehin nicht ausgelastet sind und kurz arbeiten. "Da fallen Arbeitsausfälle deutlich weniger ins Gewicht als in Boomzeiten", sagte der RWI-Gesundheitsexperte. Außerdem befänden sich unter den Infizierten nicht nur Erwerbstätige, sondern auch viele Kinder und Rentner. Ausgeblieben ist auch eine Massenpanik mit leeren Innenstädten und Geschäften, die den Konsum empfindlich getroffen hätte.

Allerdings drohen dem Gesundheitssystem durch die Schweinegrippe Kosten in Millionenhöhe. Allein die Behandlungskosten in Krankenhäusern schlage mit mehreren hundert Millionen Euro zu Buche, sagte Augurzky. Im schlimmsten Fall droht eine Kostenlawine von bis zu 5,1 Milliarden Euro.

Weitere aktuelle Berichte, Bilder und Links zum Thema Schweinegrippe (Neue Grippe) finden Sie auf unserer Sonderseite

Topics
Schlagworte
Finanzen/Steuern (10874)
Schweinegrippe (1417)
Organisationen
Allianz (1194)
Krankheiten
Grippe (3439)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wann das Smartphone für Kinderaugen gefährlich wird

Kleine Kinder sollten lieber mit Bauklötzen spielen als mit Smartphones, raten Augenärzte. Denn: Wenn die Kleinen häufig und lange auf Bildschirme starren, leiden nicht nur ihre Augen. mehr »

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »