Ärzte Zeitung online, 14.01.2010

Lehman-Gläubiger sollen schneller Geld sehen

NEW YORK (dpa). Die Gläubiger der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers dürfen sich Hoffnung auf eine schnellere Entschädigung machen. Ein New Yorker Konkursrichter stimmte am Mittwoch (Ortszeit) einem beschleunigten Verfahren zu.

Dabei können mehrere Fälle gemeinsam abgehandelt werden. Die Insolvenzverwalter wollen dieses Instrument vor allem dazu nutzen, unberechtigte Forderungen auszuschlagen, etwa wegen Formfehlern. Das soll letztlich dazu führen, dass berechtige Forderungen rascher erfüllt werden.

Im Vorfeld hatte es Proteste von Gläubigern gegen den Plan gegeben. Sie befürchten, in dem beschleunigten Verfahren auf ihrem Schaden sitzen zu bleiben. 65 000 Geschädigte fordern insgesamt 830 Milliarden Dollar (570 Milliarden Euro). Bekanntester Gläubiger in Deutschland ist die staatseigene Förderbank KfW, die der US-Investmentbank noch am Tage der Insolvenz 320 Millionen Euro überwiesen hatte. Zwei Drittel des Geldes hat sie laut Medien inzwischen aber zurückbekommen.

Die Pleite von Lehman Brothers gilt als Höhepunkt der Finanzkrise. Nach dem Umkippen der US-Investmentbank im September 2008 stand das Finanzsystem kurzzeitig vor dem totalen Kollaps. Die Banken hatten jegliches Vertrauen untereinander verloren. Nur das massive Eingreifen der Staaten hielt die Märkte am Laufen. Mit der US-Mutter waren auch Dutzende internationale Tochtergesellschaften von Lehman Brothers in die Insolvenz gerissen worden.

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