Ärzte Zeitung online, 29.01.2010

Arbeitslosigkeit in Euroländern auf Rekordniveau

LUXEMBURG/BRÜSSEL (dpa). Angetrieben von der dramatischen Entwicklung in Spanien hat die Arbeitslosigkeit in der Eurozone ein Rekordniveau erreicht. In den 16 Euro-Ländern lag die Quote im Dezember bei zehn Prozent, in der gesamten Europäischen Union bei 9,6 Prozent. In beiden Fällen bedeutet dies einen Anstieg im Vormonatsvergleich um 0,1 Prozentpunkt.

Am schlimmsten im Eurogebiet traf es Spanien mit rund 20 Prozent, das Nicht-Euro-Land Lettland verzeichnete knapp 23 Prozent. Der verkrustete spanische Arbeitsmarkt macht besonders jungen Menschen zu schaffen: 44,5 Prozent der Unter-25-Jährigen hatten hier im Dezember keinen Job.

Für das gemeinsame Währungsgebiet ist es die höchste Quote seit August 1998, einem halben Jahr, bevor am 1. Januar 1999 der Euro eingeführt wurde. In der EU mit 27 Mitgliedstaaten erreichte der Anteil der Menschen ohne Job das höchste Niveau seit Beginn der gemeinsamen Berechnung im Januar 2000.

Seit Frühjahr 2008 ist die Arbeitslosenquote sowohl in den 27 EU-Mitgliedsstaaten als auch in der Eurozone stetig nach oben gegangen. Deutschland kam unter anderem wegen des Kurzarbeitergeldes verhältnismäßig glimpflich davon: Hier lag die Quote bei 7,5 Prozent. Insgesamt hatten in der EU mehr als 23 Millionen Menschen keine Arbeit, davon knapp 15,8 Millionen im Eurogebiet.

Die von Eurostat ermittelten Werte können wegen unterschiedlicher Berechnungsmethoden von den Zahlen abweichen, die in den einzelnen Mitgliedstaaten veröffentlicht werden. Die Angaben zu den Ländern sind nach Ansicht von Fachleuten aber miteinander vergleichbar. Die gemeinsame Zeitreihe der 27 EU-Staaten beginnt erst im Januar 2000, weil erst seitdem vergleichbare Daten etwa aus Bulgarien und Rumänien vorliegen.

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