Ärzte Zeitung, 04.02.2010

Anleger wollen keine geschlossenen Fonds

Das Geschäft mit geschlossenen Fonds ist im letzten Jahr dramatisch eingebrochen. Trotzdem konnten geschlossene Deutschland-Immobilienfonds zulegen.

Von Richard Haimann

NEU-ISENBURG. Die Wirtschaftskrise hat den Initiatoren von Beteiligungsmodellen einen dramatischen Absatzeinbruch beschert. Nach Angaben des Verbands Geschlossener Fonds (VGF) konnten die Emissionshäuser 2009 nur noch 5,23 Milliarden Euro Eigenkapital bei Anlegern einsammeln. Das entspricht einem Minus von 37,1 Prozent gegenüber den 8,32 Milliarden Euro im Jahr zuvor. 2007 waren es sogar noch 10,38 Milliarden Euro gewesen.

Besonders stark betroffen waren Anbieter von Schiffsfonds. Sie konnten für ihre Beteiligungsangebote 2009 nur noch 824,1 Millionen Euro einsammeln. Das entspricht einem Rückgang von 67,3 Prozent gegenüber den 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2008.

Anbieter geschlossener Deutschland-Immobilienfonds profitierten hingegen deutlich von dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis der Anleger. Sie konnten mit 1,1 Milliarden Euro 12,5 Prozent mehr Eigenkapital einwerben als noch 2008. Besonders gefragt waren die neuen Wohnimmobilienfonds, die in Miethäuser investieren.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Erich Romba, sieht auch in diesem Jahr die Immobilienfonds in der Gunst der Anleger vorne. "Schiffsbeteiligungen bleiben dagegen auch 2010 in rauer See." Erst wenn die Weltwirtschaft wieder Tritt fasse, werde die Nachfrage nach diesen Beteiligungsmodellen steigen.

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