Ärzte Zeitung online, 22.06.2010

Luxemburger bleiben reichste EU-Bürger

LUXEMBURG (dpa). Auch in der Wirtschaftskrise haben die Luxemburger ihren Platz als reichste EU-Bürger verteidigt. Die Einwohner des Großherzogtums sind im Schnitt mehr als zweieinhalb Mal so vermögend wie der europäische Normalbürger.

Dabei ist der Abstand 2009 sogar weiter gewachsen, wie die EU-Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat am stärksten die Iren und die Einwohner der baltischen Staaten getroffen. Dennoch konnte Irland seinen zweiten Platz verteidigen - allerdings nahm der Abstand zu Spitzenreiter Luxemburg deutlich zu. Auch auf dem untersten EU-Ranglistenplatz hat sich im vergangenen Jahr nichts getan: In Bulgarien haben die Menschen weniger als halb so viel Geld wie der EU-Durchschnittsbürger.

Eurostat untersucht das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in anderen Ländern Europas. Die Statistiker nutzen den Kaufkraftstandard (KKS). Dabei kommt der Normalbürger auf genau 100 Prozent. Luxemburg erreicht 268 Prozent, EU-Schlusslicht Bulgarien auf nur 41 Prozent. Deutschland liegt mit 116 Prozent unverändert und knapp über dem EU-Mittelwert - und auf Platz acht in der EU-Rangliste. Top-Drei bleiben Luxemburg, Irland (131 Prozent) und die Niederlande (130 Prozent).

In der Türkei haben die Menschen nach Angaben von Eurostat etwas mehr Geld als in Bulgarien. Ihnen steht aber immer noch weniger als halb so viel Geld wie dem EU-Normalbürger zur Verfügung. Norwegen (177 Prozent) und die Schweiz (144 Prozent) kämen - wenn sie EU-Mitglieder wären - auf Platz zwei und drei nach Luxemburg.

Der Kaufkraftstandard ist eine Kunstwährung, die die Unterschiede zwischen den nationalen Preisniveaus ausgleicht. Mit einem KKS kann man in allen Ländern dieselbe Menge Waren und Dienstleistungen kaufen. Das hohe Niveau des BIP pro Kopf in Luxemburg geht laut Eurostat zum Teil auf die vielen Ausländer zurück, die in Luxemburg arbeiten. Sie tragen zwar zum BIP bei, zählen aber nicht zur Wohnbevölkerung, auf deren Grundlage das BIP pro Kopf berechnet wird.

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