Ärzte Zeitung, 04.10.2010

Rekordjagd: Der Goldpreis ist nicht zu stoppen

Seit Wochen eilt der Goldpreis - und mit ihm auch der Silberpreis - von einem Höchststand zum nächsten. Bis Jahresende ist nicht mit einem Ende der Rallye zu rechnen.

Von Jürgen Krämer

Rekordjagd: Der Goldpreis ist nicht zu stoppen

Sicher ist sicher, denken viele Anleger und greifen zum Gold.

© imagebroker / imago

An den Finanzmärkten sorgt der beispiellose Höhenflug des Goldpreises für Furore. Seit dem 13. September eilt das gelbe Edelmetall von Rekord zu Rekord. Nachdem der Goldpreis zu Beginn der vergangenen Woche die Marke von 1300 US-Dollar geknackt hatte, kostete die Feinunze (31,1 Gramm) am 1. Oktober zeitweise mit 1317,70 US-Dollar (ca. 967,26 Euro) so viel wie noch nie. Experten sehen kein Ende der Rekordjagd angesichts steigender Rohstoffkosten, Schuldenkrise und niedriger Zinsen.

Spekulanten sind bei dem Höhenflug nicht am Werk

Auch für den Rest des Jahres dürfte Musik im Goldpreis bleiben", meint Rohstoffanalyst Norman Rudschuck von der NordLB. Nach Ansicht des Rohstoffexperten Joachim Berlenbach von der Fondsgesellschaft Universal Investment sind Spekulanten beim Höhenflug dieser Tage nicht am Werk. Preistreiber seien vielmehr "die derzeit explodierenden Produktions- und Kapitalkosten der Goldminen". Er sieht vorerst keine Gefahr einer spekulativen Goldblase, die für Anleger zu einem gefährlichen Risiko werden könnte. Die aktuelle Rekordjagd schließt eine "goldene Dekade" für das gelbe Edelmetall ab.

Der Goldpreis hat seit Beginn des neuen Jahrtausends unterm Strich Jahr für Jahr zugelegt. Vor genau zehn Jahren kostete die Feinunze Gold weniger als 300 Dollar. Jahrelang wurde der Goldpreis vor allem durch die Spekulation großer institutioneller Investoren getrieben. 1. Oktober lag bei 22,08 US-Dollar. Auch hier konnten die Anleger einen rasanten Höhenflug beobachten, denn vor knapp zwei Jahren kostete Silber nicht einmal zehn Dollar die Feinunze. Silber gilt zwar im Vergleich zum Gold eher als ein Industriemetall, trotzdem besteht nach Einschätzung Rudschucks ein "nicht von der Hand zu weisender" Zusammenhang beim Preis für Silber und Gold.

Auch die Dollarschwäche wirkt auf den Preis

Fachleute nennen als eine der Hauptursachen für den starken Preisanstieg die Sorge vor einem Abrutschen der US-Wirtschaft. Den jüngsten Anstieg hatten überraschend schlechte Daten zur Stimmung der Verbraucher in den USA ausgelöst. Zudem gilt die Angst der Investoren vor einer starken Inflation als Triebfeder für den Griff nach dem Gold. Zuletzt war es die Dollarschwäche, die als ein wichtiger Preistreiber ausgemacht wurde. Bereits seit etwa drei Monaten werden die Finanzmärkte durch fallende Dollar-Kurse im Handel mit anderen wichtigen Währungen verunsichert.

Der Goldpreis wird in Dollar ausgewiesen, somit besteht traditionell eine sehr enge Beziehung zwischen US-Währung und Edelmetall. Die Schwankungen des Dollar haben oftmals unmittelbare Auswirkung auf den Goldpreis.

Noch ist das Handelsjahr 2010 an den Goldmärkten nicht abgehakt. Im Gegenteil: Vor allem der November gilt traditionell als einer der besten Monate für die Entwicklung des Goldpreises.

Denn im Herbst beginnt in Indien die Hochzeitssaison, in der die Nachfrage nach Goldschmuck sprunghaft ansteigt und eine Jahresendrallye auslösen könnte. (dpa)

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