Ärzte Zeitung online, 06.10.2010
 

Studie: Jeder fünfte hat seine private Altersvorsorge gekappt

BERLIN (dpa). Wegen der Finanzkrise hat einer Studie zufolge bereits jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland seine private Altersvorsorge gekappt - mit steigender Tendenz. Demnach haben unter allen Berufstätigen 20 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent) private Vorsorgeverträge gekündigt oder reduziert. Bei den über 50-Jährigen sind es sogar 23 Prozent (Vorjahr: 17 Prozent).

Das geht aus einer am Mittwoch in Berlin veröffentlichten Studie des Instituts für Allensbach hervor, die im Auftrag der Postbank erstellt wurde.

Auch die Beträge, die für private Vorsorge investiert werden, entwickelten sich rückläufig: Berufstätige unter 50 geben dafür demnach im Durchschnitt gut 12 Prozent weniger aus als im Vorjahr. Die Studie hat zudem eine schnell wachsende Ost-West-Schere zutage gefördert: Im Osten hätten die Arbeitnehmer ihre Vorsorgeaufwendungen um 25 Prozent gegenüber 2009 gekappt. "Damit werden in Westdeutschland mit 215 Euro heute exakt drei Viertel oder fast 100 Euro monatlich mehr in die private Altersvorsorge investiert."

Zugleich wachsen der Studie zufolge die Sorgen um ein auskömmliches Leben im Alter. "So fürchtet heute mit 37 Prozent mehr als jeder dritte Berufstätige, dass ihm der Staat wegen seiner hohen Verschuldung die gesetzliche Rente im Alter kürzen müssen wird", sagte Postbank-Vorstand Michael Meyer. "Und mehr als jeder Vierte - exakt 28 Prozent - sieht durch stark steigende Preise wegen der Staatsverschuldung auch den Wert seiner Ersparnisse zur privaten Altersvorsorge in Gefahr."

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