Ärzte Zeitung online, 22.11.2010

Finanzfrage: Zwei BU-Versicherungen abschließen?

HAMBURG (eb). Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen will, kann Befürchtungen haben wie etwa, dass der Versicherer im Ernstfall nicht zahlt. Wäre es daher sinnvoll bei zwei Versicherern je eine "halbe" BU abzuschließen? Antworten auf solche Fragen bietet das Portal "Das Investment.com".

Ein 33-jähriger Diplom-Informatiker hatte die Befürchtung, dass im Ernstfall die Versicherung doch nicht zahlt. Er hat Frau und Kinder und stellt sich eine Rente im Fall der Berufsunfähigkeit (BU) von insgesamt rund 1.500 Euro vor.

Kostenlos Antwort bekam er über das Portal von Wolfgang Bruger, Gründer der wbA Wolfgang Bruger Assekuranzmakler Anlageberatung und -vermittlung aus Hamburg und Partner vom Maklerpool Argentos.

Das schrieb der Experte Bruger:

"Grundsätzlich - zumindest für den Bereich der Kapitalanlage - ist es sinnvoll, das Risiko über eine Streuung zu verkleinern. Wenn es aber, wie in diesem Fall, um die Schließung einer möglichst exakt ermittelten Lücke für ein existenzielles Risiko geht, ist Streuen nicht unbedingt die beste Lösung. Dann steigt eher das Risiko, nicht die notwendige Rente zu erhalten.

Vielmehr sollte sich der Kunde fragen, wo die möglichen Gründe dafür liegen könnten, dass der Versicherer im BU-Fall nicht leistet - mit dem Ziel, diese auszuschalten. Das könnte an folgenden Faktoren liegen:

  • 1. Am gewählten Anbieter. Genauer gesagt in der Kompetenz der Gesellschaft, in ihrer Geschäftsphilosophie, in der nachhaltigen Kalkulation, in den Vertriebswegen und ähnliches. Ein kleines Indiz, wie kundenfreundlich der Versicherer ist, mag die Prozessquote bieten. Je höher sie ist, desto öfter haben Kunden gegen ihren Anbieter geklagt, weil er die Zahlung im BU-Fall verweigert hat.
  • 2. Auch kann die Nichtleistung in dem Bedingungswerk der gewählten Gesellschaft begründet sein, es liegt bedingungsgemäß also einfach keine Berufsunfähigkeit vor. Hier kann der Kunde vorsorgen, indem er sich einen Versicherer mit Top-Bedingungen sucht.
  • 3. Eine Ursache kann auch der Vermittlungsakt sein, speziell ist hier die exakte Beantwortung der Gesundheitsfragen extrem wichtig. Hier sollte der Kunde weder auf beschwichtigende Ausführungen von Vermittlern hören, noch sollte er der Versuchung erliegen, unkorrekte Antworten zu geben. Das stellt im Falle des Falles eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung dar und kann zu einer geringeren oder eben gar keiner Leistung führen.

Fazit: Um die Chancen einer Anerkennung zu erhöhen, sollte der Leser seine Berufsunfähigkeitsversicherung meiner Ansicht nach also nicht über mehrere Versicherer streuen. Vielmehr sollte er sie bei einer Gesellschaft abschließen, die über ein herausragendes Bedingungswerk und eine hohe Expertise verfügt. Das aber ist angesichts der Komplexität der Bedingungen heute kaum noch ohne den Einsatz von vergleichenden Expertenprogrammen möglich.

An einer professionellen Beratung führt beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung deshalb kein Weg vorbei. Der Makler kann sich im Ernstfall dann auch gegenüber dem Versicherer für seinen Mandanten einsetzen. Einzelne Vermittlerverbände verfügen zum Beispiel über spezialisierte Anwälte, die im Zweifel das Verfahren begleiten."

www.dasinvestment.com

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