Ärzte Zeitung online, 29.12.2010

Wieder weniger Immobilien unter dem Hammer

HAMBURG/RATINGEN (dpa). Pech für Schnäppchenjäger: Die Zahl der Zwangsversteigerungen von Immobilien an deutschen Amtsgerichten ist 2010 erneut zurückgegangen. 82.208 Gerichtstermine listet der Ratinger Fachverlag Argetra für das ablaufende Jahr auf - 5,1 Prozent weniger als 2009. Die Summe der Verkehrswerte fiel demnach um 9,8 Prozent auf 13,62 Milliarden Euro.

Wieder weniger Immobilien unter dem Hammer

Auch 2011 wird es wohl weniger Zwangsversteigerungen - und damit weniger Beute für Schnäppchenjäger geben.

© Thorben Wengert / fotolia.com

Auch im nächsten Jahr rechnet Argetra-Sprecher Winfried Aufterbeck bei anhaltend guter Konjunktur mit einer weiteren Normalisierung: "Ein Rückgang der Arbeitslosigkeit geht einher mit dem Rückgang der Zwangsversteigerungen", berichtete er am Mittwoch. Vor acht Jahren - nach dem Platzen der Internetblase - waren die Termine erstmals von knapp 80 000 (2001) auf fast 88.000 hochgeschnellt. Höhepunkt war 2005 mit mehr als 92 500 Ansetzungen.

73 Prozent der Immobilien kamen 2010 erstmals unter den Hammer, rund 27 Prozent wurden zum wiederholten Mal angeboten. Zu jeweils einem Drittel wurden Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen aufgerufen, 26 Prozent waren Gewerbe oder Geschäftshäuser, der Rest Grundstücke und Garagen. Die zeitliche Spanne zwischen der Beschlagnahme eines Objektes und der Veröffentlichung des ersten Versteigerungstermins betrage zwischen 347 und 586 Tagen, teilte der Verlag mit.

Die Termine gingen in den Bundesländern Schleswig-Holstein (minus 12,6 Prozent), Niedersachsen (minus 10,2 Prozent), Bayern (minus 11,5 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (minus 10,5 Prozent) um mehr als ein Zehntel zurück. Den Rückgang in Hamburg um 42 Prozent auf 411 Termine begründete der Verlag mit einem Großobjekt, dessen Wohnungen 2009 zum Teil einzeln angeboten worden waren. Er registrierte lediglich in Bremen (plus 28,4 Prozent) und im Saarland (plus 4,9 Prozent) mehr Gerichtstermine als 2009.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Abwarten schlägt Op

Zumindest in den ersten sechs Jahren nach Diagnose haben Männer mit lokalisiertem Prostata-Ca eine bessere Lebensqualität, wenn sie sich nicht unters Messer legen. mehr »

No deal-Brexit? Dieses Szenario lässt NHS-Angestellte schaudern

Je mehr Zeit in ergebnislosen Verhandlungen verrinnt, desto nervöser werden Beschäftigte vor allem im Gesundheitswesen. Ein Brexit ohne Vertrag mit der EU? Im NHS fürchtet man in diesem Fall ein Desaster. mehr »

Der reine Telearzt kommt

Fernbehandlung ohne Erstkontakt in der Praxis? Im Ländle wird dieses Modell jetzt erstmals getestet. Die Kammer dort hat gerade das erste Projekt genehmigt. mehr »