Ärzte Zeitung online, 11.08.2011

Starke Schwankungen im Aktienmarkt

Erneuter Erholungsversuch: Nach dem Kursrutsch vom Vortag geht es auf dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag zunächst wieder nach oben. Allerdings bleibt die Nervosität. Offen ist, wie die Märkte auf Arbeitslosendaten aus den USA am Nachmittag reagieren.

Starke Schwankungen im Aktienmarkt

Der DAX um 13.33 Uhr landete wieder im Keller.

© dpa

FRANKFURT/TOKIO (dpa/ger). Nach elftägiger Talfahrt hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag erneut zur Erholung angesetzt. Der Leitindex Dax startete mit Gewinnen in den Handel, fiel dann wieder deutlich ab, lag gegen 13.45 Uhr sogar leicht im Minus.

Am Mittwoch hatten Gerüchte über eine angebliche Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs die Kurse rund um den Globus wieder in den Keller geschickt und erste Erholungsversuche des Dax jäh beendet.

Trotz des neuerlichen Kursrutsches an den US-Börsen und in Europa hielt sich das Minus an der Börse in Tokio am Donnerstag dann aber in Grenzen. Auch die am Vortag arg gebeutelten Kurse französischer Großbanken erholten sich am Vormittag.

Märkte und Händler sind nervös

"Der Markt wollte schon am Vortag nach oben und ist an unrealistischen Gerüchten nochmal gescheitert. Nun sind die Sorgen nicht eingetreten und es wird ein erneuter Anlauf für eine Reaktion auf die jüngste Talfahrt genommen", sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel.

Der am Vorabend gescheiterte Erholungsversuch zeige aber auch, wie nervös der nun abwärts tendierende Markt sei und wie brüchig die Versuche einer Stabilisierung wirkten.

Im Zuge der weltweiten Kurseinbrüche wegen der Schuldenkrisen in Europa und den USA hatte der deutsche Leitindex die vergangenen elf Handelstage in Folge im Minus geschlossen und in der Spitze fast 25 Prozent an Wert verloren.

Unterschiedliche Ausschläge bei einzelnen Werten

Am deutschen Aktienmarkt gilt es am Donnerstag auch, eine erneute Zahlenflut vor allem aus dem MDax und TecDax zu verarbeiten.

Dann dürften am Nachmittag die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe sowie die Handelsbilanz der USA für Aufmerksamkeit sorgen. Der MDax fiel nach 13 Uhr ebenfalls leicht auf unter 8500 Punkte, der TecDax hielt sich zu dieser Zeit noch leicht im Plus.

Im Dax legte K+S seine Quartalszahlen vor, die vom Verkauf der Sparte Compo geprägt sind und von Händlern in ihren ersten Einschätzungen unterschiedlich bewertet wurden.

Die Aktien des Düngemittel- und Salzproduzenten rutschten am Dax-Ende als einziger Verlierer um 4,36 Prozent ab. Spitzenreiter war zeitweise Heidelbergcement mit einem Plus von 6,85 Prozent.

Nach den drastischen Kursstürzen vom Vortag erholten sich auch die Aktienkurse der französischen Großbanken am Vormittag. Die Papiere der Société Générale stiegen kurz nach Handelsstart um rund 8 Prozent.

Banken im Minus

Am Mittwoch hatten sie zeitweise mehr als 20 Prozent ihres Werts verloren und lagen zum Börsenschluss noch mit 14,7 Prozent im Minus. Die Aktien der BNP Paribas legten am Vormittag um rund zwei Prozent zu, die der Crédit Agricole um acht Prozent.

Beide Institute hatten am Vortag ebenfalls empfindliche Kursverluste von 10 beziehungsweise mehr als 13 Prozent (Crédit Agricole) hinnehmen müssen.

Als Ursache der Abstürze hatten Analysten unter anderem später dementierte Gerüchte über eine möglicherweise bevorstehende Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit sowie das starke Engagement der Pariser Großbanken in Griechenland genannt.

An der Börse in Tokio hielt sich das Minus nach dem neuerlichen Kursrutsch an den US-Börsen und in Europa in Grenzen. Der Nikkei-Index verringerte seine Verluste im Handelsverlauf merklich, die Marke von 9000 Punkten konnte er aber nicht zurückerobern. Er ging schließlich mit einem Abschlag von 0,63 Prozent auf 8981,94 Punkte aus dem Handel.

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