Ärzte Zeitung online, 09.09.2011

Bayer-Aktie: Kurs runter - Kurs wieder rauf

LEVERKUSEN (cw). Wagemutige hätten mit der Bayer-Aktie in den vergangenen Tagen schnell Geld verdienen können: Am 6. September rauschte die Aktie in den Keller, um zeitweilig -15 Prozent auf 12-Monats-Tief unter 36 Euro.

Zuvor hatte das Unternehmen gemeldet, Experten eines Beratergremiums der US-Zulassungsbehörde FDA hätten sich kritisch zur Wirksamkeit des Gerinnungshemmers Rivaroxaban (Xarelto®) geäußert.

So sei das positive Nutzen-Risiko-Profil des Bayer-Hoffnungsträgers in der Indikation Schlaganfallprophylaxe gegenüber Warfarin angezweifelt worden.

Weitere Daten angefordert?

Ganz Eilige meldeten daraufhin sogar online, die FDA habe von Bayer weitere Daten zu dem Wirkstoff angefordert - immer ein schlechtes Zeichen, denn die FDA folgt bei ihren Zulassungs-Entscheidungen meist den Ausschuss-Voten.

Und zusätzliche Daten bedeuten immer erst mal eine Verzögerung der Marktfreigabe.

Aktie reagiert auf Abstimmungsergebnis

Bei der eigentlichen Ausschusssitzung am Donnerstag votierten die Experten dann jedoch mit neun zu zwei Stimmen (bei einer Enthaltung) für die Zulassung des Blutverdünners aus Leverkusen. Die abschließende FDA-Entscheidung wird für Anfang November erwartet.

Die Bayer-Aktie zeigte in der Folge deutliche Erholung und notiert jetzt schon wieder über 40 Euro.

In Europa seit zwei Jahren zugelassen

In Europa ist der orale Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban bereits seit zwei Jahren zur Thrombose-Prophylaxe nach Hüft- oder Kniegelenkersatzoperationen zugelassen.

Diese Anwendung gilt jedoch als bei weitem nicht so lukrativ wie die Vorbeugung gegen Schlaganfall.

Bayer erhofft sich von dem Mittel Peak Sales von jährlich mehr als zwei Milliarden Euro.

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