Ärzte Zeitung, 05.03.2012

Schuldenkrise beschert günstige Immobilien

Moderat steigende Preise, akzeptable Mietrenditen und vor allem niedrige Hypothekenzinsen - das Umfeld für Immobilien ist günstig, auch für Anleger.

Schuldenkrise beschert günstige Immobilien

FRANKFURT/MAIN (eb). Die Hypothekenzinsen liegen auf historisch niedrigem Niveau. Gleichzeitig steigen Mieten, und selbst Menschen, die jahrelang als Mieter zufrieden waren, überlegen nun, sich Wohneigentum zu kaufen.

Dabei gilt: Nicht nur für die Eigennutzung, auch zur Kapitalanlage ist der Erwerb von Immobilien jetzt besonders attraktiv.

Ursache für die Entwicklung ist letztlich die Schuldenkrise. Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent gesenkt. Dadurch haben sich auch die Bauzinsen spürbar verbilligt.

"Eine Erhöhung des Leitzinses ist mit Blick auf die schwache Konjunktur in der Eurozone kurzfristig eher unwahrscheinlich. Erst wenn sich im Lauf des Jahres eine nachhaltige Lösung in der Schuldenkrise abzeichnet oder die Wirtschaft an Fahrt gewinnt, könnten die Baufinanzierungszinsen wieder moderat steigen", erwartet Caroline Roos, Leiterin Heilberufe beratung bei der Deutschen Bank.

Große Chance für Immobilienkäufer

Die Nachfrage nach Immobilien ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen, auch bei Ärzten. "Immobilien sind auch ein wichtiger Bestandteil der Altersvorsorge und gelten als krisenfeste Anlage, da sich ihre Wertentwicklung weitgehend unabhängig von den Kapitalmärkten vollzieht", erläutert Roos.

In Deutschland habe die Nachfrage 2011 angezogen, damit seien auch die Objektpreise gestiegen. Kostete ein Einfamilienhaus in Deutschland im Jahr 2010 durchschnittlich noch 343.000 Euro, waren es 2011 im Mittel bereits 354.000 Euro - das entspricht einem Preisanstieg um 3,2 Prozent.

Auch die Grundstückspreise sind im Jahr 2011 mit 2,4 Prozent auf durchschnittlich fast 600 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Für Vermieter sei in den vergangenen fünf Jahren die relativ stabile Mietrendite von durchschnittlich 5,2 Prozent bei Eigentumswohnungen im Bestand hinzugekommen - die Rendite liegt also deutlich höher als die Zinsen für die Finanzierung.

Für Immobilienkäufer biete die Situation große Chancen. "Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sollten Eigentümer die Zinsen für Hypothekendarlehen möglichst lange festschreiben", empfiehlt Roos.

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