Ärzte Zeitung, 30.08.2012

apoBank

Wachstum trotz Euro-Krise

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank investiert in diesem Jahr kräftig in die Zukunft. Das wird aus den Halbjahreszahlen der Genossenschaftsbank deutlich. Die Ertragslage der Bank, die auf Heilberufler spezialisiert ist, ist trotz Eurokrise stabil.

apoBank wächst weiter im Kerngeschäft

apoBank-Hauptverwaltung: Dividenden für die Mitglieder möglich.

© apoBank

DÜSSELDORF (ger). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) hat im ersten Halbjahr 2012 trotz Eurokrise den Jahresüberschuss stabil gehalten und erwartet auch für das Gesamtjahr ein stabiles Ergebnis, das wiederum die Zahlung einer Dividende an die Mitglieder ermöglichen wird.

Das geht aus dem Halbjahresfinanzbericht hervor, den die Genossenschaftsbank am Donnerstag vorgelegt hat. Demnach lag der Jahresüberschuss nach Steuern wie im Vorjahr in den ersten sechs Monaten bei 23,5 Millionen Euro.

Die Bank, so heißt es im Bericht, sei im Kerngeschäft mit den Heilberuflern trotz des intensiven Wettbewerbs um die Heilberufler weiter gewachsen und habe neue Kunden und Mitglieder gewonnen.

Trotz eines um fast 7 Prozent auf 343,1 Millionen Euro gestiegenen Zinsüberschusses ging nach Angaben der Bank jedoch das Teilbetriebsergebnis (das entspricht dem operativen Ergebnis) vor Risikovorsorge um 17,1 Prozent zurück.

Der Grund dafür liege zum einen in gesunkenen Provisionsüberschüssen wegen der Zurückhaltung der Anleger in der EU-Schuldenkrise. Zum anderen schlagen in diesem Halbjahr die deutlich gestiegenen Verwaltungskosten zu Buche.

Dahinter stünden Investitionen in die Zukunft: einerseits letztmalige Aufwendungen für die mittlerweile vollzogene IT-Migration, andererseits auch Investitionen in das Zukunftsprogramm "VorWERTs", mit dem die Standesbank ihre Marktposition ausbauen und die Leistungsfähigkeit steigern wolle, so Vorstandssprecher Herbert Pfennig laut Pressemitteilung.

Wachstum bei Zahnärzten, Anspannung bei Apothekern

Teil dieses Programms, das starke Umstrukturierungen innerhalb der Bank mit sich bringt, ist unter anderem ein neues Betreuungskonzept, mit dem die Heilberufler noch individueller als bisher begleitet werden könnten.

Zugleich sollen auch die Abläufe effizienter gestaltet werden, damit sich das Institut im Wettbewerb behaupten könne.

Die positive Entwicklung bei den Risikokosten und beim Eigenkapital hat sich im ersten Halbjahr 2012 fortgesetzt.

Die Risikokosten für strukturierte Finanzinstrumente seien von 61,8 Millionen Euro auf 53,6 Millionen Euro gefallen, die Vorsorgemaßnahmen für das Kundenkreditgeschäft dagegen von 33,5 Millionen auf 38,5 Millionen Euro gestiegen.

Im Branchenvergleich bleibe die apoBank damit allerdings auf einem niedrigen Niveau, heißt es. Die Kernkapitalquote stieg im Vergleich zum Jahresschluss 2011 von 8,5 auf 9,0 Prozent.

Die auf Heilberufler spezialisierte Bank sieht den Gesundheitsmarkt weiter auf Wachstumskurs. Bei den Ärzten und Zahnärzten habe sich die positive Honorarentwicklung der vergangenen Jahre insgesamt auch Anfang 2012 moderat fortgesetzt.

Bei den Zahnärzten rechnet die Bank aufgrund der neuen GOZ in diesem Jahr mit weiterem Wachstum. Bei den Apothekern ist die Lage dagegen angespannt. 2011 habe es aufgrund des AMNOG ein im Schnitt um 8,4 Prozent gesunkenes Betriebsergebnis gegeben.

Im laufenden Jahr müssten die Apotheker aufgrund sich verschlechternder Einkaufskonditionen mit weiteren Belastungen rechnen.

Investitionen steigern Verwaltungsaufwand

Geschäftszahlen der apoBank im ersten Halbjahr 2012 im Vergleich
in Mio. Euro30.06.2012 30.06.2011in %*
Zinsüberschuss  343,1   320,9      6,9
Provisionsüberschuss       50,6       58,5 -13,5
Verwaltungsaufwand -245,6-219,5  11,9
Teilbetriebsergebnis vor Risikovorsorge   132,8  160,2 -17,1
Risikokosten und Vorsorgemaßnahmen
- für das Kundenkreditgeschäft**    -38,5   -33,5   14,8
- für Finanzinstrumente und Beteiligungen**    -53,6   -61,8 -13,3
Jahresüberschuss nach Steuern      23,5    23,5       0,0
* Abweichungen aufgrund von Rundungsdifferenzen
** Beinhaltet Pauschalwertberichtigungen bzw. Vorsorgereserven gemäß §340f HGB
Quelle: Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Tabelle: Ärzte Zeitung
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