Ärzte Zeitung, 19.11.2012

Schuldenobergrenze

Stürzen die USA von der fiskalischen Klippe?

Die Vereinigten Staaten von Amerika stehen kurz davor, ihre Schuldenobergrenze zu erreichen. Das hätte eine tiefe Rezession zur Folge.

Von Stefan Ziermann

Stürzen die USA von der fiskalischen Klippe?

Diagnosestellung: Funktioniert der Geldkreislauf in den USA noch?

© Photos.com

WASHINGTON. Die USA steuern nach den Präsidentenwahlen mit voller Fahrt auf das sogenannte Fiscal Cliff, die fiskalische Klippe, zu.

Dabei handelt es sich um eine Schuldenobergrenze - und die hat es in sich: Wenn sich der alte und neue Präsident Barack Obama, der US-Senat und das Repräsentantenhaus nicht auf einen Haushaltskompromiss einigen, dann greifen in der größten Volkswirtschaft der Welt automatische Ausgabenbegrenzungen und starke Steuererhöhungen.

Die Auswirkungen auf die USA, aber auch darüber hinaus, dürften gewaltig sein. Zieht die automatische Schuldenbremse, fallen Steuervergünstigungen weg und zahlreiche Haushaltsausgaben werden gekürzt.

Zusammengenommen ergibt sich die Summe von etwa 600 Milliarden Dollar, die der US-Wirtschaft ab 2013 allein dadurch fehlen würden. Umgerechnet auf die Jahreswirtschaftsleistung ergäbe sich ein negativer BIP-Effekt von gut vier Prozent.

Die USA würden ungebremst in eine tiefe Rezession rutschen. Das hätte gravierende negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, die deutschen Exporte und die Weltbörsen.

Es kommt wohl eine neue Schuldenobergrenze

600 Milliarden Dollar würden der US-Wirtschaft ab 2013 allein dadurch fehlen, wenn im Land bei Erreichen der Schuldenobergrenze die automatische Schuldenbremse zieht. Durch automatische Ausgabenbegrenzungen und starke Steuererhöhungen ergebe sich umgerechnet auf die Jahreswirtschaftsleistungen dann beim Bruttoinlandsprodukt ein negativer Effekt von gut vier Prozent.

Es ist jedoch höchst unwahrscheinlich, dass die USA von der fiskalischen Klippe stürzen. Senat und Repräsentantenhaus werden sich in letzter Minute auf eine neue Schuldenobergrenze einigen.

Ein Lösungsansatz für das wachsende Schuldenproblem der USA ist das freilich nicht. Aber es ist auch eine Tatsache, dass sich Politik lieber Zeit kauft, als unbequeme und schmerzhafte Reformen gegen Widerstände durchzusetzen.

Anleger, die sich darauf einstellen, können mit der Kenntnis dieses Mechanismus Geld verdienen. Wird die US-Schuldenobergrenze erhöht, sind mittelfristig alle großen Gefahren für die Märkte aus dem Weg geräumt.

Das wird die momentan extrem nervösen Börsen schnell beruhigen und die Aktienkurse wieder antreiben. Zudem stehen die Notenbanken bereit, um sämtliche Krisenschmerzen mit unbegrenzten Liquiditätsspritzen zu lindern. Die inflationären Spätfolgen werden erst behandelt, wenn sie auftreten.

Es winken Kursgewinne

Leitfaden für Anleger

Das FUCHS-Geldanlagebuch „Chancen jenseits der Krise“ zeigt, wie Anleger Ihr Vermögen zu Beginn des Jahrs 2013 strategisch und taktisch sinnvoll gewichten können. Denn es gibt im Moment zahlreiche Chancen jenseits der Krise, aber viele Möglichkeiten werden von Investoren übersehen. Darüber hinaus gibt es im FUCHS-Geldanlagebuch über 20 Gastbeiträge von Banken und Vermögensverwaltern aus Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und Österreich.

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Daher erscheint den FUCHS-Briefen die aktuelle Marktunruhe als ein guter Zeitpunkt, jetzt in Aktien zu investieren. Schon auf mittlere Sicht winken hier ordentliche Kursgewinne.

Außerdem zeigen langfristige Erfahrungen, dass Aktien bis zu einer Inflationsrate von jährlich acht Prozent ein überdurchschnittlich ertragreiches Investment sind.

Ganz besondere Chancen jenseits der Krise ergeben sich bei Staatsanleihen von Spanien, Italien und Portugal.

Denn seit die EZB diese Papiere im Notfall gegen Auflagen ins Portfolio nimmt, sind die Ausfallrisiken überschaubar. Vor diesem Hintergrund bringen diese Anleihen ordentliche Renditen.

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