Ärzte Zeitung, 10.01.2013
 

Kommentar zu Prozessfinanzierern

Eine Chance, zu klagen

Von Friederike Krieger

In der Werbung scheint die Welt noch in Ordnung. So rühmt sich etwa der Rechtsschutzversicherer Advocard seit den Werbespots mit dem damaligen TV-Rechtsbeistand Manfred Krug in den 80er Jahren immer noch, "Anwalts Liebling" zu sein und dem Kunden bei allen erdenklichen Streitigkeiten Deckung zu gewähren.

Doch die Realität sieht oft anders aus. In vielen Rechtsbereichen, zum Beispiel bei Erbrechtsstreitigkeiten, verweigern die Anbieter die Kostenübernahme.

Als Reaktion auf die Klagewelle enttäuschter Telekom-Anleger 2002 haben viele Versicherer die Ausschlüsse stark erweitert, so dass auch Auseinandersetzungen um Kapitalanlageprodukte bei neuen Policen oft nicht mehr zum Leistungsspektrum gehören.

Prozessfinanzierer können hier eine Option sein. Ist die Erfolgsaussicht einer Klage hoch und der Gegner zahlungskräftig, übernehmen sie gegen eine Erfolgsbeteiligung die Prozesskosten.

Doch niemand sollte im Vertrauen auf die Prozessfinanzierung seine Rechtsschutz-Police kündigen. Die Spezialunternehmen finanzieren nur Klagen, helfen aber nicht, wenn der Kunde verklagt wird.

Sie prüfen die Fälle akribisch - und lehnen ab, wenn sie nicht ins Konzept passen. Bei kleineren Streitigkeiten sind Ärzte beim Rechtsschutzversicherer besser aufgehoben.

Lesen Sie dazu auch:
Prozessfinanzierer: Klagen ohne Kostenrisiko

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Bei PKV und GKV sind viele Optionen möglich

16.30 hEine Bürgerversicherung "pur" wird es mit der Union nicht geben. Für Veränderungen im Versicherungssystem zeigen sich CDU/CSU aber offen. mehr »

Mehr Qualität beim Ultraschall nötig

Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt nur eine geringe Treffsicherheit. Anlass für die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin für klare Qualitätsregelungen zu plädieren. mehr »