Ärzte Zeitung, 28.05.2013
 

Anlagen-Kolumne

Bloß nicht zocken!

Anleger sollten sich nicht durch die Verlockung des schnellen Geldes in spekulativ Werte oder Modethemen drängen lassen.

Von Gottfried Urban

Bloß nicht zocken!

Die positive Entwicklung von vielen Aktientiteln ist aus allerlei Gründen an den privaten Aktionären vorbeigegangen. Gekauft wird in Zeiten guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und verkauft in Krisenzeiten.

Auch bei der Titelauswahl spielen emotionale Einflüsse eine große Rolle. Nicht die BASF, sondern die Deutsche Telekom wurde 1996 beworben, und es war 2000 nicht Nestlé, sondern die Nokia-Aktie, die im Depot landete.

Die Erstgenannten markieren neue Höchststände, und die einstigen Stars liegen etwa um 90 Prozent unter ihren Höchstständen. Auch sind unzählige Anleger in die falschen Fonds gelockt worden.

Statt langweilige weltweite Aktienfonds zu kaufen, legte man sich Fonds oder Zertifikate für spezielle Themen zu oder griff eben bei überteuerten Aktienwerten zu.

Gerade für viele Kleinaktionäre war es eine sehr frustrierende Erfahrung, dass sich der Markt langfristig nach oben bewegte, aber ausgerechnet die eigenen Aktien nicht mitzogen.

Nicht alle Risiken auf den ersten Blick zu erkennen

Als Konsequenz aus diesen schlechten Erfahrungen der vergangenen Jahre wenden sich Anleger dann Anlageformen zu, die aktuell teilweise noch riskanter sind.

Während die Risiken mit Aktien relativ klar sind, weil sich Kursschwankungen täglich verfolgen lassen, sind sie bei anderen Anlageformen teilweise völlig intransparent, weil Wertminderungen oft nur schwer oder erst nach langen Zeiträumen im Moment des Verkaufs zu erkennen sind.

Bloß, weil man Risiken nicht auf den ersten Blick erkennt, weil es keinen täglichen Börsenpreis gibt, heißt das nicht, dass sie nicht da sind.

Anleger sollten sich nicht durch die Verlockung des schnellen Geldes in spekulativ Werte oder Modethemen drängen lassen, sondern auf Titel solider Unternehmen oder Fonds setzen, die sich auf solche Titel beschränken.

Nur dann können Privatanleger Verlustperioden aussitzen und langfristige Erträge kommen bei ihnen auch an.

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