Ärzte Zeitung, 11.06.2013

Überweisung

Sepa läuft zu schleppend an

FRANKFURT/MAIN. Mit wachsender Sorge beobachtet die Deutsche Bundesbank die zögerliche Einführung der neuen EU-Regeln für Zahlungsüberweisungen (Sepa).

"Ich verrate kein Geheimnis, wenn ich sage, dass die Umstellung auf Sepa bei einigen Nutzergruppen noch sehr schleppend verläuft. Insbesondere bei vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie bei den Vereinen muss ein erheblicher Rückstand aufgeholt werden", sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Montag in Frankfurt.

Mit Sepa lösen europaweit einheitliche Kontonummern mit 22 Stellen (IBAN) die alten Zahlenkombinationen ab. Die IBAN besteht aus einem Ländercode (für Deutschland: DE) und einer zweistelligen Prüfziffer.

Danach folgen die bekannte Bankleitzahl und die vertraute Kontonummer. Im Gegenzug fallen die deutsche Bankleitzahl und die europäische Bankleitzahl BIC weg.Ab Februar 2014 gelten die neuen Sepa-Regeln des einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums für inländische und EU-weite Zahlungen auch in Deutschland.

Dabei soll Sepa soll den bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa einfacher und schneller machen.Die deutsche Wirtschaft ist jedoch weit davon entfernt, sich auf die Umstellung vorzubereiten, warnt auch Bundesbank-Vorstandsmitglied Carl-Ludwig Thiele: "Der Stapellauf ist gesetzlich auf den 1. Februar 2014 festgesetzt worden. Niemand hat berechtigte Gründe, eine andere Festlegung zu erwarten."

Deshalb sollten sich die Unternehmen rasch mit dem Thema befassen, betonte Weidmann: "Je länger (...) die Umstellung herausgezögert wird, desto risikoreicher wird sie. Auch der Aufwand, der mit dem Umstellen von Prozessen verbunden ist, darf nicht unterschätzt werden."

Im ersten Quartal 2013 seien gerade einmal 8,72 Prozent aller Überweisungen in Deutschland im Sepa-Format abgewickelt worden, sagte Thiele: "In acht Monaten müssen daraus 100 Prozent geworden sein." (dpa)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So will Deutschland den Zuckerberg bezwingen

16:00 UhrZu viel und zu schlecht gekennzeichnet: Zucker versteckt sich in vielen Fertigprodukten. Das erschwert eine gesunde Ernährung. Die Politik will nun eingreifen. mehr »

Der Transgender-Trend

Paradigmenwechsel? Transsexuelle lassen sich sogar selbstbewusst für den "Playboy" ablichten. Psychiater warnen aber vor einem Geschlechtsdysphorie-Hype unter Jugendlichen. mehr »

Deshalb gibt's immer mehr Parkinsonkranke

Die absolute Zahl der weltweiten Parkinsonkranken hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt. Forscher haben eine Vermutung, warum der Anstieg in manchen Ländern so stark ist. mehr »