Ärzte Zeitung online, 29.07.2013

Anlagen-Kolumne

Schwellenländer - Investment für die nächsten 20 Jahre

Anleger können von den Entwicklungen in Ländern wie Kambodscha, Vietnam, Brasilien und Russland oder auch Nigeria und Kenia profitieren.

Von Gottfried Urban

Schwellenländer der zweiten Reihe - Investment für die nächsten 20 Jahre

Kürzlich wurde ich von einem Journalisten befragt, was ich meinen Enkelkindern als Geldanlage für die nächsten 20 Jahre empfehlen würde. Meine Antwort: Einen Investmentsparplan.

Zwei Drittel der Sparrate gehen in einen global agierenden Fonds, der gute unterbewertete Unternehmen einkauft. Der Rest wird in einen Aktienfonds mit Schwerpunkt Schwellenländer der zweiten Reihe angelegt. Und dann. Laufen lassen, kein Markttiming betreiben.

Die Sieger der nächsten zwanzig Jahre werden mit hoher Wahrscheinlichkeit die Märkte der zweiten Reihe sein. Die "Frontier-Staaten" gelten als "Schwellenländer von morgen".

Zu dieser Gruppe werden vor allem die Länder des Nahen Ostens, Afrikas, Zentralasiens und Südosteuropas sowie kleinere Länder aus Asien und Lateinamerika gezählt.

Viele dieser Länder befinden sich derzeit in einem vergleichbaren Stadium, wie einige bekannte große Schwellenländer vor zehn bis 15 Jahren. Eines ist sicher, die Performancesieger von morgen werden Schwellenmärkte sein, die im Moment wenige Anleger im Depot haben.

Frontier-Märkte bergen mehr Potenzial

Auch Industrieunternehmen der großen asiatischen Schellenländer verlagern die Produktion zunehmend in Länder wie Vietnam, Kambodscha und Pakistan. Andere Firmen weichen nach Afrika aus.

Kürzlich hat ein chinesischer Schuhproduzent verkündet, in Äthiopien eine neue Fabrik zu errichten.

Bei den großen Schwellenländern treten überall Probleme in den Vordergrund, in China stockt das Wachstum, Indien hat Strukturprobleme, Russland ist politisch instabil und hängt an den Energiepreisen, und in Brasilien droht eine Kreditblase zu platzen.

Vergleicht man China, Indien, Brasilien oder Russland mit Ländern wie Vietnam, Pakistan, Nigeria oder Kenia, so weisen die Frontiermärkte ähnliche politisch-gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Risiken auf, sind aber interessanter und haben mehr Potenzial.

Länderzertifikate sind nichts für Privatanleger

Um die Anlagerisiken zu begrenzen, ist es freilich sinnvoll, breit gestreut über Fonds in die Schwellenländer der zweiten Reihe zu investieren.

Der Anteil der neuen Schwellenländer kann bei einem ganz langfristigen Sparplan bis zu 40 Prozent ausmachen, sollte in der Einmalanlage aber nicht höher als zehn Prozent des Aktiendepotanteils sein.

Um Länderzertifikate, die in Frontierländer investieren, sollten Privatanleger einen Bogen machen. Diese eignen sich nur für ausgemachte Profis.

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