Ärzte Zeitung, 28.07.2014

Trotz Niedrigzinsen

Geldvermögen wächst weiter

Lebensversicherungen, Tagesgeld und Girokonten: Die Deutschen scheuen bei der Geldanlage weiter Risiken.

FRANKFURT/MAIN. Die Bundesbürger werden trotz Mini-Zinsen immer reicher. Im ersten Quartal 2014 wuchs das Vermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Vorquartal um 54 Milliarden Euro auf den neuen Rekord von 5,207 Billionen Euro, wie die Deutsche Bundesbank am Freitag mitgeteilt hat.

Dabei setzte sich der Trend hin zu risikoärmeren Anlagen fort, obwohl sie kaum noch Zinsen bringen. Mit knapp fünf Milliarden Euro stammte nur ein geringer Teil des Anstiegs des Geldvermögens aus Kursgewinnen insbesondere aus Aktien und Investmentzertifikaten.

Rund 49 Milliarden Euro der Geldvermögensbildung entfielen auf Transaktionen, dazu zählen beispielsweise der An- und Verkauf von Wertpapieren oder die Anlage in Sparprodukten. Immobilien oder Kunstwerke sind in der Statistik nicht enthalten.

Die Bundesbürger steckten ihr Geld vor allem in sichere Bankeinlagen, die allerdings kaum Zinsen bringen. Rund zehn Milliarden Euro flossen in diese Anlageform. Vor allem die Bestände an täglich abrufbarem Geld auf dem Girokonto und Sichteinlagen wie Tagesgeld stiegen an.

Aus Termin- und Spareinlagen einschließlich Sparbriefen zogen die Privathaushalte dagegen Geld ab. Der bereits in der Vergangenheit zu beobachtende Trend zu risikoarmen Anlageformen, bei denen das Geld zudem schnell verfügbar ist, habe sich auch Anfang 2014 fortgesetzt, erklärte die Bundesbank. Die Ansprüche gegenüber Versicherungen stiegen im ersten Quartal um gut 25 Milliarden Euro.

Weiterhin gering ist die Neigung der Bundesbürger, Geld an der Börse zu investieren, auch wenn das Interesse zu Jahresanfang etwas stieg. Unter dem Strich wurden Aktien im Wert von knapp drei Milliarden Euro gekauft. Es war der höchste Wert seit Ende 2011. In Investmentzertifikate steckten die Privathaushalte ebenfalls knapp drei Milliarden Euro.

"Die eher schwache Geldvermögensbildung über diese Anlageformen dürfte auch von der anhaltenden Risikoaversion der privaten Haushalte geprägt sein", erklärte die Bundesbank. Festverzinsliche Wertpapiere einschließlich Geldmarktpapiere wurden im Volumen von knapp 3 Milliarden Euro abgestoßen.

Angesichts der Niedrigzinsen hielten sich die Verbraucher mit der Kreditaufnahme weniger stark zurück als sonst zu Jahresbeginn üblich. Die Privathaushalte nahmen Kredite im Umfang von knapp einer Milliarde Euro auf. Es handelte sich den Angaben zufolge vor allem um Wohnungsbau- und Konsumentenkredite. (dpa)

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