Ärzte Zeitung, 30.10.2014

Anlagen-Kolumne

Aktien verlieren nichts an Attraktivität

Krieg im Irak, Kämpfe in Syrien und die Ebola-Epidemie: Es gibt genügend schlechte Nachrichten - und die machen vielen Anlegern Angst. Die Folge: Sie ziehen ihr Geld aus den Aktienmärkten ab. Doch es gibt viele Argumente dafür, dies nicht zu tun.

Von Gottfried Urban

Aktien verlieren nichts an Attraktivität

Die Volatilität ist zurück. Es sind in den letzten Wochen einfach zu viele negative Nachrichten auf einmal gewesen. Da stehen die Gaslieferungen Russlands an mehrere EU-Staaten infrage, die westliche Welt steht dem Krieg im Irak und Syrien ratlos gegenüber, und die Konjunktur in Europa kommt nicht auf Touren.

Dazu die Angst, dass Ebola sich weiter ausbreitet - kein Wunder, dass Anleger weltweit plötzlich wieder Sicherheit wollen und ihr Geld aus den Aktienmärkten abziehen.

Doch die Sicherheit von Bankkonten und bonitätsstarken Staatsanleihen kostet Geld. Banken müssen beim sicheren Geldparken schon Strafzinsen bezahlen. Privatanleger haben es da besser, sie müssen noch keine Strafzinsen bezahlen. Aber auch das kann sich noch ändern.

Die Finanzindustrie und auch Privatanleger verkaufen zur Verlustbegrenzung oder Gewinnsicherung, wenn bestimmten Kursmarken unterschritten werden. Betrachtet man die Zu- und Abflüsse am Fondsmarkt, so sieht man, dass Profianleger immer mehr solche Instrumente einsetzen.

Nur vier Mal war der Abverkauf von europäischen Aktienfonds in den vergangenen zehn Jahren so hoch wie zuletzt. Leider werden dadurch Trends noch verstärkt. Aber wenn jeder schon abgesichert oder verkauft hat, dann ist das weitere Rückschlagpotenzial begrenzt.

Fazit: Im aktuellen Jahrzehnt bleiben Aktien aus den Hauptmärkten und Schwellenländern die attraktivste Anlageklasse. Dafür sprechen die Nullzinspolitik der großen Notenbanken und eine Weltwirtschaft, die Dank einer zunehmenden Mittelschicht in den Schwellenländern weiter stabil wachsen wird.

An den Zinsmärkten empfehle ich den strategischen Ausstieg aus langen Laufzeiten und weiter Hochzinspapiere aus Schwellenländern (währungsgesichert) in Form von Investmentfonds beizumischen.

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