Ärzte Zeitung, 01.12.2014

Anlagen-Kolumne

Zinseszins funktioniert nur noch bei Aktien

Gottfried Urban

Zinseszins funktioniert nur noch bei Aktien

Die Zinseszinsfunktion ist eine der wichtigsten Instrumente bei der Altersvorsorge.

Wer zur Feier des Fußball-Weltmeistertitels vor 60 Jahren von seinen Eltern umgerechnet 2500 Euro auf ein Sparbuch für fünf Prozent angelegt bekommen hätte, würde heute ohne Zinseszinsen 10.000 Euro ausbezahlt bekommen. Mit den angesammelten und mitverzinsten Zinsen wären es sogar rund 46.700 Euro - gut 470 Prozent mehr Ertrag.

Diese Rechnung ging in der Vergangenheit auf. Wer aber in der heutigen Zeit 2500 Euro für 1,7 Prozent anlegt, bekommt in 60 Jahren nur 5050 Euro ausbezahlt. Der Zinseszinseffekt erhöht die Summe nur unwesentlich um 1818 Euro.

Gerade in der langfristig angelegten Altersvorsorge ist also die Kraft des Zinseszinses entscheidend. Mit klassischen Rentenanlagen verpufft diese Kraft jedoch im heutigen Niedrigzinsumfeld. Dennoch glauben viele Anleger immer noch nicht an die Sinnhaftigkeit der Aktienanlage für die Altersvorsorge.

Hätte man 1954 2500 US-Dollar in einen weltweit anlegenden Aktienfonds investiert, so hätte man heute ein Vermögen von über einer Million US-Dollar - nach Abzug der Fondskosten. Ein Aktienindex hätte in diesem Zeitraum aus 2500 US-Dollar einen Betrag von 100.000 US-Dollar erwirtschaftet.

Der Sparplan in einen guten Aktienfonds ist auch heute für den Vermögensaufbau gut geeignet. Selbst der Dax hat in jedem der vergangenen 20-Jahreszeiträume positive Erträge abgeworfen. Ein Korb aus Qualitätsaktien kann somit nach Inflation jede andere Anlageklasse schlagen.

Das sind natürlich keine Garantien für die Zukunft. Der Zeitraum ist dabei immer entscheidend. Viel wichtiger für Anleger ist aber: Dabei bleiben und Gewitterstürme des Marktes aushalten, denn die gab es die letzten 60 Jahre reichlich.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »