Ärzte Zeitung, 05.02.2015

Studie

Betongold bleibt attraktiv für Anleger

Die Niedrigzinspolitik der EZB macht es Anlegern mit Fokus auf Sicherheit schwer, ihr Geld zu vermehren. Auf der anderen Seite eröffnet sie ihnen auch 2015 Renditechancen bei Immobilien.

Von Marco HÜbner

NEU-ISENBURG. Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland werden 2015 - wenn auch moderat - weiter ansteigen. Eine nationale Preisblase beim Betongold ist nicht in Sicht, die Gefahr von Überhitzung drohe lediglich in regionalen Teilmärkten.

Das ist Ergebnis der Studie "Wohnimmobilien 2015" die im Auftrag der Deutschen Bank vom Institut für Immobilienwirtschaft der Universität Regensburg (IREBS) erstellt wurde.

Die Aussicht auf Rendite durch Wohneigentum sei im Vergleich zu anderen risikoarmen Anlageklassen daher gut. Denn Zinspapiere erzielen durch die Politik des billigen Geldes der Europäischen Zentralbank (EZB) immer weniger Gewinn. (wir berichteten)

Gründe für konservative Anleger, auch künftig auf Wohnimmobilien zu setzen, sind laut Studie vor allem ein intaktes Marktumfeld, attraktive Mietrenditen und steigende Preise.

Im vergangenen Jahr stiegen die Hauspreise inflationsbereinigt um etwa 4,5 Prozent, wie das Analyseunternehmen bulwiengesa ausgerechnet hat.

Teurere Mieten und Neubauten

Die Mieten für Wohnungen im Bestand erhöhten sich um 2,8 Prozent, die für Neubauten um 3,3 Prozent. Die Mietrenditen betrugen circa 4,8 Prozent im Bestand und 3,8 Prozent bei Neubauwohnungen.

Im Vergleich dazu liegen zehnjährige deutsche Staatsanleihen aktuell bei etwa einem halben Prozent.

Die Deutsche Bank ist in ihrer Prognose für die kommenden Monate optimistisch: "Der Preis von Einfamilienhäusern und Bestandswohnungen könnte im Schnitt um drei Prozent und von Neubauwohnungen um vier Prozent steigen", sagt Jochen Möbert, Immobilienexperte bei Deutsche Bank Research.

Einen Strich durch diese Rechnung könnten Anlegern steigende Zinsen, verminderte Zuwanderung oder etwa die Zunahme spekulativer Immobilienanlagen machen. Doch: "2015 dürften diese Risiken noch nicht ins Haus stehen", kommentiert Möbert.

Besonders fiel den Analysten in der aktuellen Marktstudie die Höhe des Preisanstieges im Verhältnis zur Größe der Stadt auf: Erstmals zogen die Preise in mittleren Städten wie etwa in Bremen und Hannover 2014 stärker an als in den großen Ballungsräumen, etwa München oder Hamburg.

Für alle Städte gelte, dass sie in Zukunft von einem wesentlichen den Markt beeinflussenden Trend betroffen sein werden.

Die Alterung der Bevölkerung habe zur Folge, dass ein erheblicher Modernisierungs- und Sanierungsbedarf bestehe. Nur etwa fünf Prozent der Seniorenhaushalte seien heute barrierefrei.

Allein um den akuten Bedarf an barrierearmen Wohnungen zu decken, wären laut den Studienautoren Investitionen von 40 Milliarden Euro nötig.

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