Ärzte Zeitung, 02.06.2016

Crowdfunding

Chirurgen wollen Op-Lehre optimieren

Chirurgen suchen private Kapitalgeber für den Ausbau einer Online-Plattform für medizinisches Personal.

KÖLN. Via Crowdinvesting, also dem Ansprechen privater Investoren, wollcen Chirurgen mit ihrem Projekt "webop" das chirurgische Wissen auf eine neue Stufe stellen. Im klassischen Lehrbuch fehle die Verbindung von Text und Abbildung mit der realen Situation während einer Op. Idee und Vision des Gründerteams um Professor Markus Maria Heiss und Dr. Carolina Pape-Köhler aus Köln sei es gewesen, eben dieses gefühlte Manko zu beheben und Informationen rund um eine Op als online-Op-Lehre sowie auch im eBook-Format zur Verfügung zu stellen. Am chirugischen Lehrstuhl der Universität Witten/Herdecke sei somit das "Konzept webop" als eine neuartige, innovative und stets aktuelle Op-Lehre entwickelt worden.

Die Online-Plattform spreche medizinisches Fachpersonal, Medizinstudenten, Ärzte im Praktikum, Chirurgen in der Weiterbildung und in der Vorbereitung auf die Facharztprüfung an, heißt es. Das Portal verzeichne monatlich über 20.000 Besucher.

Nutzern würden chirurgische Eingriffe schrittweise in ihren Schlüsselstellen durch einen erklärenden Text, eine anatomische Illustration sowie in kurzen Filmsequenzen dargestellt. Sie könnten Informationen austauschen, Inhalte und Kommentare selbst erstellen sowie Videosequenzen eigener Operationen hochladen.

Zu den Kunden zählten bereits mehrere Kliniken in Berlin, Hamburg, Freiburg, Bochum, München oder auch Magdeburg.

Auf der Crowdinvesting-Plattform Seedmatch.de suche webop nun nach privaten Geldgebern. Für Anleger besteht das Risiko eines Totalverlustes ihres Anlagebetrags.

Die Chriurgen haben sich drei Fundingschwellen gesetzt. Bei einem erreichten Investment von 100.000 Euro, der ersten Fundingstufe, solle die Übersetzung der Inhalte in die englische Sprache und Aufbau einer nationalen und internationalen Vertriebsstruktur erfolgen. Werden 200.000 Euro eingesammelt, so erfolge der direkte Start der Produktion der Fachgebiete Unfallchirurgie/Orthopadie sowie operative Gynäkologie/Geburtshilfe. Vorgesehen seien dann auch verstärkte Vertriebsaktivitäten und eine aktive Zielgruppenakquise.

Bei Erreichen des Fundinglimits von 300.000 Euro erfolge die Ausweitung des Angebotes auf weitere Fachgebiete, wie die Urologie, HNO, Gefäßchirurgie, Thoraxchirurgie und die plastische Chirurgie.

Zu Redaktionsschluss hatten rund 70 Investoren knapp 70.000 Euro in das Unternehmen investiert. Das Crowdfunding läuft den Angaben zufolge nach knapp vier weitere Wochen. (maw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

In Deutschland gibt es"weder Hölle noch Paradies"

Die Lebensumstände in Deutschland sind weitgehend gleichwertig - gemessen an 53 Indikatoren, die etwa Gesundheit, Arbeit und Freizeit berücksichtigen, so der "Deutschland-Report". mehr »

Wenn Welten aufeinandertreffen

Die urologische Versorgung in Ghana findet nur sehr eingeschränkt statt. Der Verein "Die Ärzte für Afrika" unterstützt sechs Kliniken vor Ort – eine Herzensangelegenheit. mehr »

Schlaganfall im Schlaf – Wann ist Thrombolyse möglich?

Liegt der Symptombeginn bei Schlagfall einige Stunden zurück, kommt eine Thrombolyse eigentlich nicht infrage. Forschern ist es nun gelungen, Patienten für die Therapie auszuwählen, auch ohne den Zeitpunkt des Insults zu kennen. mehr »