Ärzte Zeitung, 24.06.2016
 

Alternativmedizin in USA

30 Milliarden Dollar aus eigener Tasche

Alternativen zur Schulmedizin erfreuen sich auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten beachtlicher Nachfrage.

BETHESDA, MARYLAND. Für komplementärmedizinische Produkte und Therapien geben US-Bürger jährlich rund 30 Milliarden Dollar aus.

Das geht aus einer aktuellen Auswertung einer regelmäßigen Umfrage zum Gesundheitsverhalten der Amerikaner hervor, die das National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) am Dienstag veröffentlicht hat.

Die Datenbasis stammt aus 2012. Demnach entfallen rund neun Prozent aller aus eigener Tasche bezahlten Gesundheitsausgaben und 1,1 Prozent der Gesamtausgaben im US-Gesundheitsmarkt auf alternative Produkte und Dienstleistungen wie pflanzliche Arznei- und Nahrungsergänzungsmittel, Chiropraktik, Massagen oder Meditationen und Yoga.

Die Zahlungsbereitschaft nehme mit wachsendem Haushaltseinkommen zu, heißt es. So betrugen die Pro-Kopf-Ausgaben in Haushalten mit einem Jahreseinkommen unter 25.000 Dollar im Schnitt 435 Dollar für Produkte und Dienstleistungen und 314 Dollar für Besuche bei alternativ orientierten Ärzten.

Bei einem Haushaltseinkommen über 100.000 Dollar erreichten die Pro-Kopf-Ausgaben dagegen im Schnitt 590 Dollar für Produkte und Dienste und 518 Dollar für Arztbesuche.

Die Daten belegten die Notwendigkeit, Sicherheit und Wirksamkeit alternativmedizinischer Produkte und Praktiken gründlich zu erforschen, kommentiert Josephine Briggs, Direktorin des NCCIH die Auswertung. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »

Jamaika – Paritätische Finanzierung ist vom Tisch

Ein neues Sondierungspapier zeigt: Die potenziellen Jamaika-Partner suchen nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner in der Gesundheitspolitik. mehr »