Ärzte Zeitung, 24.10.2016
 

Geldanlage

Sicherheitsbranche verspricht langfristig Rendite

Angst vor Terrorattacken und wachsende Kriminalität lassen die Umsätze von Sicherheitsunternehmen und deren Aktienkurse steigen. Wer Einzelwerte scheut, kann auch auf spezielle Fonds setzen.

Von Richard Haimann

Sicherheitsbranche verspricht langfristig Rendite

Lukratives Arbeitsfeld? Agile Langfinger lassen Wachdienste gefragt sein.

© Zirocool / Fotolia.com

NEU-ISENBURG. Der Goznym-Trojaner ist der jüngste Gegner der Sicherheitsexperten deutscher Banken. Eine Schad-Software, mit der Hacker die Daten von Kunden ausspähen und deren Online-Konten plündern können.

Nachdem Verbrecher so in den USA binnen Tagen bereits etliche Millionen Dollar erbeuten konnten, seien nun auch 13 deutsche Geldinstitute ins Visier der Täter geraten, warnt die auf die Abwehr von Cyberkriminalität spezialisierte X-Force des IT-Riesen IBM. Terrorangriffe in Metropolen wie Paris und selbst in Kleinstädten wie Ansbach.

Cyberattacken aus dem Internet. Dazu die stetig steigende Kriminalitätsrate: Allein in Deutschland registrierten Polizeibehörden 2015 insgesamt 250.000 Straftaten mehr als im Vorjahr. Diese Gemengelage lässt bei immer mehr Menschen die Angst wachsen und zwingt weltweit die Regierungen, immer kräftiger in den Schutz der Bevölkerung zu investieren.

"Das treibt Umsatz und Gewinn der börsennotierten Anbieter von Sicherheitsprodukten und -techniken – und deren Aktienkurse", sagt Thomas Abel, Geschäftsführer der Vermögensberatung Honoris Treuhand in Berlin.

Schutz der Infrastruktur im Fokus

Als Beispiel verweist Abel auf drei prominente Unternehmen, die die ganze Bandbreite der Sicherheitsbranche widerspiegeln: Den Virenschutz-Softwareproduzenten Symantec (WKN 879358), den Rüstungskonzern Rheinmetall (703000) und den Biometrie-Spezialist Mühlbauer (662720), der zum Schutz von Computern und ganzen Gebäuden Identifikationssysteme auf Basis von Fingerabdruck-, Gesichts- oder Iris-Erkennungssoftware anbietet.

Die Rheinmetall-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um elf Prozent gestiegen, das Symantec-Papier um knapp 26 Prozent und die Mühlbauer-Aktie sogar fast 80 Prozent.

Trotz der zum Teil stark gestiegenen Börsennotierungen seien weitere Kursgewinne bei Branchenaktien zu erwarten, sagt Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Freiburger Vermögensmanagement Gesellschaft.

"Das Sicherheitsthema ist keine Eintagsfliege." In allen Großstädten werde künftig immer stärker in den Schutz der Infrastruktur investiert werden müssen. "Da immer mehr Menschen auf engstem Raum zusammenleben, bietet die Sicherheitsbranche langfristig überdurchschnittliche Wachstumsperspektiven", sagt Walter und verweist auf eine neue Prognose der Vereinten Nationen, wonach 2050 weltweit doppelt so viele Menschen in Ballungszentren leben sollen wie heutzutage.

"Zudem lockt die zunehmende Vernetzung von Computern, Smartphones und Tablets immer mehr Cyberkriminelle an, was das Geschäft von IT-Sicherheitsspezialisten kontinuierlich ankurbeln wird", sagt Walter.

Nach einer Studie des britischen Analysehaus Juniper Research werden sich deshalb bis 2019 weltweit die Ausgaben für IT-Sicherheit auf 156 Milliarden US-Dollar (139,5 Milliarden Euro) verdoppeln. Zudem dürften Wachdienste wie Securitas (882870) von der steigenden Zahl der Einbrüche profitieren, sagt Jan-Patrick Weuthen, Portfolio-Manager der Kölner B&K Vermögen.

"Das Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich seine Umsätze steigern." Die Aktie gewann seit September 2015 rund 37 Prozent.

Zuletzt wenig Glück mit der Auswahl

Anleger, die nicht auf Einzelaktien setzen wollen, können auch zu Fonds greifen, die das Kapital ihrer Kunden über eine Vielzahl Branchenwerte streuen.

In der Theorie soll das die Risiken reduzieren und die Chancen erhöhen. Zuletzt hatten die Manager der beiden bekanntesten Investmentvehikel in diesem Börsensegment allerdings nicht die beste Auswahl getroffen.

Der Global Security Global Equities der Credit Suisse (A1T79B) kam in den vergangenen zwölf Monaten nur auf drei Prozent plus, der Security R von Pictet auf rund fünf Prozent. Um die Ausgabeaufschläge von fünf Prozent zu sparen, kaufen Anleger Fondsanteile direkt an der Börse.

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