Ärzte Zeitung, 16.01.2017

Anleger

Volatilität – die Konstante im Börsenjahr 2017

Für 2017 erwarten Experten ein Auf und Ab der Aktienmärkte. Mit gezielten Käufen und Verkäufen dürften sich dabei überdurchschnittliche Erträge erzielen lassen, lautet die Prognose.

Von Richard Haimann

Volatilität – die Konstante im Börsenjahr 2017

Das Auf und Ab bei den Kursen ist charakteristisch für die Börsen.

© HerrBullermann/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Am Ende war 2016 doch ein Jahr für Aktionäre. Nachdem es an den Börsen gleich im Januar und Februar sowie im Sommer kräftig nach unten ging, zogen die Kurse schließlich von November an deutlich an. Allein der deutsche Leitindex Dax gewann seither knapp 13 Prozent und steht heute rund 15 Prozent höher als zu Beginn des Vorjahres.

Doch so volatil wie es an den Börsen im vergangenen Jahr zuging, dürften sich die Aktienmärkte auch in 2017 entwickeln, prognostizieren Experten. Der 2010 begonnene Aufschwungzyklus an den Börsen sei weit vorangeschritten, sagt Tim O'Neill, Chefstratege der Investmentsparte der US-Bank Goldman Sachs. "Viele Papiere sind bereits sehr hoch bewertet."

Große Kursgewinne seien deshalb wenig wahrscheinlich, meint auch Folker Hellmeyer, Chefökonom der Bremer Landesbank. "Es ist deshalb in hohem Maße wahrscheinlich, dass die Aktienmärkte sich ähnlich volatil entwickeln wie 2016."

Bis zu 12 200 Punkte beim Dax?

Dennoch rechnen sowohl der amerikanische Investmentbanker wie der hanseatische Landesbanker damit, dass die Aktien der meisten Unternehmen im Jahresverlauf ein Stück weit höher notieren als zurzeit. "Der Dax könnte dieses Jahr Höchststände von 12.000 bis 12.200 Punkte sehen", sagt Hellmeyer. Das würde einem Plus zwischen 3,7 und 5,4 Prozent entsprechen. Allerdings dürfte es zwischendurch auch kräftig nach unten gehen. "Tiefststände von zwischen 10.000 und 9800 Punkten sind zu erwarten", sagt der Ökonom. Das wäre ein Rückschlag von 13 bis 15 Prozent.

Anleger, die das Börsengeschehen regelmäßig verfolgen, können mit dieser Methode am besten von der erwarteten Berg- und Talfahrt profitieren: Sie verkaufen Aktien oder einen Indexfonds, wenn der Dax am oberen Ende des prognostizierten Kursbandes steht und steigen wieder in den Markt ein, wenn der Index am unteren Ende notiert. "Diese Kauf-am-Tiefpunkt-Strategie dürfte sich dieses Jahr wieder auszahlen", sagt Hellmeyer. Wer 2016 so verfahren ist, konnte eine Rendite von mehr als 30 Prozent erzielen.

Wer nach einem starken Kursanstieg nicht gleich alle Papiere verkaufen will, weil die Rallye noch weitergehenkönnte, sollte zumindest einen Teil der Aktien verkaufen, rät Andreas Görler, Stratege bei der Berliner Vermögensverwaltung Wellinvest. "Wenn der Markt extrem positiv läuft, sollten konsequent Gewinnanteile entnommen und geparkt werden." Fallen die Kurse später, kann das liquide Kapital für den Wiedereinstieg genutzt werden.

Aktien- oder Indexanleihen als Option

Wer nicht den Puls der Aktienmärkte fortwährend messen will, könne "auf Aktien- oder Indexanleihen setzen", rät Kathrin Eichler, geschäftsführende Gesellschafterin des Düsseldorfer Finanzdienstleisters Eichler & Mehlert. "Diese Produkte bieten attraktive Renditen in seitwärts laufenden Märkten oder bei leicht fallenden Kursen."

Bei diesen Anleihen handelt es sich um Zertifikate, die mit Aktien unterlegt sind. Dabei legt die emittierende Bank einen Zinssatz fest, den die Kunden während der Laufzeit in jedem Fall als Zusatzrendite erhalten. Darüber hinaus wird bei der Emission ein Schwellenwert festgesetzt.

Stellschraube Schwellenwert

Notiert die Aktie oder der Index am Ende der Laufzeit über diesem Wert, erhalten die Kunden ihr investiertes Kapital zurück. Wird die Barriere nach unten durchbrochen, bekommen die Anleger stattdessen eine zuvor festgelegte Zahl von Aktien oder Anteilen an einem Indexfonds. Deshalb sollte vor Zeichnung einer solchen Anleihe darauf geachtet werden, dass der Schwellenwert unterhalb der Bandbreite der erwarteten Kursschwankungen liegt.

Wird die Barriere dennoch durchbrochen, können die Anleger darauf hoffen, dass sich die Aktienkurse mittelfristig wieder erholen und sie die Papiere dann doch noch mit Gewinn verkaufen können.

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