Ärzte Zeitung online, 01.02.2017
 

Bundesfinanzhof

Nachzahlung der KV darf Steuerlast erhöhen

Können Ärzte oder Psychotherapeuten für Nachzahlungen der KV eine geringere Steuerlast in Anspruch nehmen?

NEU-ISENBURG. Der Bundesfinanzhof (BFH) sagt schon nein, wenn das nachträglich überwiesene Honorar verteilt auf zwei Jahre ausgezahlt wird. Eine steuerliche Tarifbegünstigung als außerordentliche Einkünfte komme nur in Betracht, wenn die Nachzahlung zu einer "einmaligen und außergewöhnlichen Progressionsbelastung" für den Steuerpflichtigen führt, so die Richter.

Eine solche Einmaligkeit liege aber bei einer Nachzahlung, die in gleich großen Beträgen auf zwei Jahre verteilt wird, nicht mehr vor. Andernfalls sei es auch nicht möglich, die Grenze zwischen regelhaft zu versteuerndem Einkommen und der Tarifbegünstigung trennscharf zu ziehen, sagte der BFH. Das Gericht sah keinen Grund, eine geringere Besteuerung deswegen zuzulassen, weil im konkreten Fall dem betroffenen Psychotherapeuten die Nachzahlung durch die KV in zwei statt nur in einem Betrag "aufgezwungen" wurde. (juk)

Bundesfinanzhof,

Az.: VIII-R-37/14

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