Ärzte Zeitung online, 08.06.2017

Bundesfinanzhof

Nur kleine Geschenke sparen Steuern

MÜNCHEN. Ein Geschenk zur Praxiseröffnung des Kollegen? Nach einem aktuell veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) sind Ärzte, die zu einem solchen Geschenk auch die Steuern übernehmen wollen, beim Betriebsausgabenabzug nur dann auf der sicheren Seite, wenn der Wert des Geschenks selbst nicht über 26,16 Euro liegt (Az.: IV R 13/14).

Um Missbrauch zu vermeiden, können Geschenke an Nichtarbeitnehmer nur bis zu 35 Euro je Person und Kalenderjahr als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Wird die Grenze überschritten, entfällt der Ausgabenabzug beim Schenkenden ganz. So oder so muss der Beschenkte den Wert seiner erhaltenen Geschenke als eigene Einnahme versteuern.

Der Schenkende kann dies aber pauschal in Höhe von 30 Prozent mit übernehmen. Hinzu kommen der Solidaritätszuschlag und eine pauschale Kirchensteuer. Der BFH bewertete derart übernommene Steuern "als weiteres Geschenk", das "das steuerliche Schicksal der Zuwendung teilt".

Danach scheidet ein Betriebskostenabzug des Schenkenden aus, wenn der Wert des Geschenks und der pauschalen Steuern zusammen 35 Euro übersteigen. (mwo)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

In welchem Alter die Lust an Bewegung schwindet

Kinder bewegen sich viel, rennen und toben gerne. Das ändert sich, wenn sie älter werden. Bislang dachte man, dass der Wandel mit der Pubertät einsetzt – doch weit gefehlt. mehr »

Alle vier Stunden ein Arzt weniger

Die Produktivität in der ambulanten Versorgung sinkt, warnt die KBV und macht darauf mit einer "Arztzeituhr" in ihrem Gebäude aufmerksam. Der Trend habe mehrere Gründe. mehr »

Wenn Männer mehr als zwei Hoden haben

Überzählige Hoden sind meist asymptomatisch. Bei einem jungen Mann mit akutem Skrotum machten australische Urologen jetzt einen überraschenden Zufallsbefund. mehr »