Ärzte Zeitung online, 12.01.2018

Anlagen-Kolumne

Gute Chancen für ein positives Börsenjahr

Von Jens Ehrhardt

Viele Anleger fragen sich, ob es nach einem guten Jahr wie 2017 nochmals aufwärts gehen kann. Die Statistik zeigt, dass in zwei Drittel der Fälle einem Anstieg der Börsenkurse um über 20 Prozent im Folgejahr erneut eine durchschnittliche Aufwärtsbewegung von 10 Prozent folgt. So schlecht stehen die Chancen also nicht. Die ersten positiven Tage dieses Jahres nähren diese Hoffnung.

Die wichtigste Frage für 2018 lautet: bei welchem Niveau der 10-Jahres-Staatsanleihen ist die Schmerzgrenze erreicht und wie viel Liquiditätseinengung verkraftet der Markt. Für die Abschätzung der Liquidität ist der Blick auf die Geldmengenentwicklungen und die Beobachtung der Inflationstendenzen wichtig. Vorerst ist die Geldmengenentwicklung dank EZB und Bank of Japan noch weiter unterstützend.

Die Inflation ist weltweit noch auf unproblematischen Niveaus und dürfte bei den Notenbanken noch keine Handlungsnot hervorrufen. Heute wird jeder Zinsschritt über Monate vorbereitet und moderiert, um den Markt nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen.

In den nächsten Monaten ist aufgrund der steigenden Ölpreise mit einer leichten Belebung der Inflationsrate zu rechnen. Insgesamt sind die Aussichten aus der Perspektive der Geldpolitik aber noch positiv. Auch Goldanlagen haben Chancen, wenn sich die Inflationserwartung etwas belebt.

Ganz anders dagegen die Stimmung bei den US-Aktien, die inzwischen schon wieder sehr aufgeheizt ist und durch die kürzlich beschlossene Steuersenkung noch einmal neue Nahrung erhält. Nach einem achtjährigen Aufwärtstrend und praktisch keiner einzigen Korrektur im vergangenen Jahr ist das Selbstvertrauen der Investoren hoch.

Fazit: Die Chancen für ein positives Jahr 2018 stehen insgesamt noch gut. Wachsamkeit ist aber angesichts der angespannten Stimmungsindikatoren angesagt.

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