Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

Citibank erteilt Lehman-Opfern Hausverbot

DÜSSELDORF/HERFORD (dpa). Nach einer Protestaktion von Lehman-Opfern in Herford hat die Citibank acht Teilnehmern Hausverbot erteilt. Die Interessengemeinschaft der Lehman-Geschädigten sprach am Dienstag von einem "Vorfall, der in seiner Form einzigartig in der deutschen Bankenlandschaft" sei.

Ein Sprecher der Citibank in Düsseldorf sagte, man habe keine andere Wahl gehabt, als den maßgeblichen Organisatoren mit sofortiger Wirkung ein Hausverbot zu erteilen. Zudem habe die Bank die Geschäftsverbindung gekündigt.

Am 22. Oktober hatten rund 50 Lehman-Geschädigte die Filiale in Herford weitgehend lahmgelegt. Viele von ihnen hätten ihre Altersvorsorge durch den Zusammenbruch der New Yorker Investmentbank am 15. September 2008 verloren, sagte ein Sprecher der Interessengemeinschaft Lehman-Zertifikate-Geschädigter damals. Die hochriskanten Inhaberschuldverschreibungen seien vielen Kunden von deutschen Banken und Sparkassen als sichere Anlage vermittelt worden.

Die Bank werfe acht Teilnehmern der Protestaktion vor, in Herford andere Kunden belästigt, behindert und eingeschüchtert zu haben. Das sei unzutreffend. Die Citibank wolle geschädigte Kunden so offenbar einschüchtern und von weiteren Protestaktionen abhalten, erklärten Vertreter der Interessengemeinschaft.

Die Protestierer hätten "mit dem klaren und einzigen Ziel, den Geschäftsablauf systematisch zu stören zahlreiche Fragen gestellt, Kleinstbeträge abgehoben oder sonstige Aufträge erteilt und damit verhindert, dass andere Kunden ihren normalen Bankgeschäften nachgehen konnten", sagte Citibank-Sprecher Oliver Zilcher. Im Rahmen der mit der Verbraucherzentrale NRW vereinbarten Kulanzlösung für Lehman-Anleger habe die Bank bis heute über 3000 Kunden ein Angebot im Gegenwert von rund 15 Millionen Euro gemacht. Insgesamt stelle die Citibank rund 27 Millionen Euro für die Kulanzregelung bereit, sagte Zilcher. "Darüber hinaus wird es keine weiteren Zahlungen geben."

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