Ärzte Zeitung online, 08.12.2009

Kritik an Fiskus wegen Fehlern bei Rentner-Steuern

OSNABRÜCK (dpa). Der Bund der Steuerzahler hat dem komplizierten Steuerrecht, aber auch den Finanzämtern eine Mitschuld daran gegeben, dass fast eine Million Rentner fehlerhafte Steuererklärungen abgegeben haben. "Das Wirrwarr um die Steuerzahlungen belegt: Die Formulare sind viel zu kompliziert", bemängelte Hauptgeschäftsführer Reiner Holznagel in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Beispielsweise seien die Beträge aus der gesetzlichen Rentenkasse von vielen Rentnern in ein falsches Feld eingetragen worden. "Diese Fehler hätten von den Finanzbeamten erkannt und behoben werden müssen", sagte er.

Der Steuerzahlerbund forderte die Politik auf, für die Rentner Klarheit zu schaffen. Mögliche Erstattungen sollten spätestens 2010 erfolgen. Die Pannen dürften nicht zulasten der Senioren gehen.

Nach Schätzungen aufgrund von Stichproben in Nordrhein-Westfalen kann knapp eine Million der bundesweit etwa 20 Millionen Rentner nächstes Jahr mit Rückzahlungen vom Finanzamt rechnen. Im Schnitt sollen sie 250 Euro pro Jahr betragen. Fast genauso viele Rentner müssten allerdings mit Nachzahlungen von durchschnittlich 150 Euro pro Jahr rechnen, weil sie Nebeneinkünfte nicht angaben.

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