Ärzte Zeitung, 06.05.2010

Kommentar

Schön unauffällig bleiben!

Von Rebekka Höhl

Mit dem Fiskus legt man sich besser nicht an. Denn hat die Geldsammelstelle des Staates erst einmal jemanden auf dem Kieker, macht sie ihm das Leben meist so richtig schwer. Aber bislang konnte man sich als normaler Steuerzahler und konnten sich Ärzte als Freiberufler ganz gut in steuerlicher Unscheinbarkeit halten.

Eine äußerst langweilige und unbefriedigende Situation für den Fiskus, wie es scheint. Deshalb und weil der Staat wohl auch auf noch nicht ausgeschöpfte Geldquellen hofft, ist jetzt damit Schluss. Die Steuerbehörden können nämlich ab Herbst - mit der Einführung ihres neuen Risikomanagementsystems - ihrem Prüfverlangen fast freien Lauf lassen. Warum? Weil danach schon auffällig ist - oder wie es die Behörde nennt, ein höheres Risiko hat - wer mehrere Einnahmequellen vorweisen kann und wer einen Steuerzahltermin verpasst. Und dann darf die Behörde richtig loslegen: von Nachprüfungen über Schwerpunktprüfungen bis hin zum Einsatz des kompletten Prüfapparates.

Um dem Prüfwahn zu entkommen, hilft da wohl nur eines: Ein gut geführter Steuerkalender, Schreiben der Behörde bloß nicht zum Poststapel legen, Unterlagen sammeln - und beten, dass man nicht weiter auffällt.

Lesen Sie dazu auch:
Bald stellt der Fiskus sein Prüfverfahren um

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