Ärzte Zeitung, 15.08.2011

Kredite in Fremdwährung bergen hohe Risiken

MÜNCHEN (maw). Häuslebauer, die zur Finanzierung ihres Eigenheims auf einen Fremdwährungskredit setzen, gehen ein hohes Risiko ein, warnt die Verbraucherzentrale Bayern. Diese Kredite würden in einer Fremdwährung zu einem besonders niedrigen variablen Zinssatz abgeschlossen.

"Auf den ersten Blick mag das verlockend erscheinen, doch die Rückzahlung richtet sich nach der Fremdwährung. Steigt diese im Wert, kommt es zu teils erheblichen Mehrkosten", warnt Sascha Straub, Finanzjurist der Verbraucherzentrale Bayern, vor den Risiken.

Wenn wie jetzt durch die Verunsicherung auf den Finanzmärkten Anleger vermehrt in bislang stabile Währungen wie den Schweizer Franken flüchteten, sei die Folge ein rapider Wertanstieg. Dieser wirkt sich zum Nachteil derer aus, die auf die Stabilität gesetzt haben.

Waren im August 2008 für 185.000 Euro noch rund 300.000 Schweizer Franken zu bekommen, müsse man für den Betrag heute fast 100.000 Euro mehr aufbringen. Dieses Wechselkursrisiko trage der Kreditnehmer.

Experten raten zur Umschuldung in Euro

Er müsse der Bank dafür nachträglich weitere Sicherheiten wie Grundschuld oder Lebensversicherungen zur Risikoabdeckung bereitstellen. "Dies ist von Privathaushalten kaum leistbar", schätzt Straub.

Aufgrund der unberechenbaren Risiken rät der Finanzexperte Verbrauchern von Fremdwährungskrediten dringend ab. Bereits betroffenen Kunden machen Banken derzeit das Angebot, in Euro umzuschulden.

"Damit sollte man vorsichtig sein", rät Straub, "weil der Verlust damit zementiert wird." Sollte sich der Wechselkurs wieder ändern, habe der Kreditnehmer ein schlechtes Geschäft gemacht.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Schwanger werden trotz Krebs

Chronische myeloische Leukämie bedeutet nicht, dass Frauen auf Nachwuchs verzichten müssen: Bei Kinderwunsch kann die Therapie oft ohne erhöhtes Risiko pausieren. mehr »

Freispruch für Sulfonylharnstoffe

Sulfonylharnstoffe begünstigen kardiovaskuläre Ereignisse nicht, offenbart die CAROLINA-Studie. Sie belegt, dass Glimepirid für Herz und Gefäße so sicher ist wie der DPP4-Hemmer Linagliptin. mehr »

Pathologen unter Hitler

Dutzende Pathologen wurden in der Nazi-Zeit entrechtet: Zur Vertreibung und Verfolgung von jenen Medizinern im Nationalsozialismus haben Medizinhistoriker aus Aachen geforscht – und ihre Ergebnisse präsentiert. mehr »