Ärzte Zeitung, 23.01.2017

Finanzwetten

CFD-Branche kontert drohendem Bafin-Verbot

FRANKFURT/MAIN. Die Anbieter von riskanten Finanzwetten, so genannter CFDs, wehren sich gegen ein drohendes Verbot bestimmter Papiere durch die Finanzaufsicht Bafin (wir berichteten). "Es ist der falsche Ansatz, eine ganze Produktart verbieten zu wollen, wenngleich wir Pläne zum Schutz von Privatanlegern unterstützen", sagte Rafael Neustadt, Geschäftsführer des CFD-Verbands, der Deutschen Presse-Agentur. "Vielmehr müssten unregulierte Anbieter stärker in den Fokus genommen werden." Aus diesem Bereich kämen fast alle Anlegerbeschwerden. Dies habe der Verband in einer Stellungnahme an die Bafin erklärt. Zugleich signalisierte der CFD-Verband der Aufsicht Entgegenkommen: Die Mitglieder hätten sich vergangenes Jahr einen Transparenz- und Fairnesskodex auferlegt. "Dieser könnte 2017 um weitere Regeln für Produkte mit Nachschusspflicht nachgebessert werden", sagte Neustadt.

Mit CFDs können Anleger auf die Kursentwicklung etwa von Aktien spekulieren. Anders als bei Direktkäufen zahlen Anleger nicht den vollen Preis, sondern hinterlegen nur eine Sicherheitsmarge. Dank dieses Hebeleffekts können sie in kurzer Zeit viel Geld gewinnen – und umgekehrt verlieren.

Die Bafin hatte im Dezember verkündet, den Verkauf von CFDs mit Nachschusspflicht aus Anlegerschutzgründen verbieten zu wollen. Bei dieser Art der Papiere wetten Anleger nicht nur mit ihrem eingesetzten Geld, sondern müssen unter Umständen zusätzlich Geld nachschießen, wenn sie falsch liegen. Die Behörde hatte der Finanzbranche eine Frist für Reaktionen bis zu diesem Freitag eingeräumt. Danach entscheidet sie über ein Verbot. (dpa)

Topics
Schlagworte
Geld und Vermögen (11020)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Stromstimulation hilft Gedächtnis auf die Sprünge

US-Forscher haben mit einer speziellen Wechselstromstimulation das Arbeitsgedächtnis von über 60-Jährigen auf das Niveau von 20-Jährigen gehoben – zumindest für kurze Zeit. mehr »

Aufklärung alleine verpufft

Nicht nur zu Ostern locken Schokolade und Co.: Laut DONALD-Studie liegt der Zuckerverzehr gerade bei Kindern und Jugendlichen noch immer über der WHO-Empfehlung. Forscher sehen hier die Politik in der Pflicht. mehr »

Länger geguckt, eher gekauft

Menschen treffen irrationale Kaufentscheidungen, so eine Studie: Allein eine lange Betrachtungsdauer lässt Personen eher zugreifen – selbst, wenn das Produkt schlecht ist. mehr »