Ärzte Zeitung online, 22.12.2014

Ärztenachwuchs

KBV startet bundesweite Famulaturbörse

Nachwuchs gewinnen niedergelassene Ärzte am besten, wenn sie sich schon früh um die Medizinstudenten bemühen. Die KBV unterstützt das jetzt mit einer Famulaturbörse im Internet. Vertragsärzte können Angebote selbst einstellen.

BERLIN. Die ersten Schritte in die Medizin sind für Studenten häufig prägend. Daher ist es für eine spätere Niederlassung förderlich, wenn sie schon früh während des Studiums in Kontakt mit Praxen kommen, etwa indem sie eine Famulatur in der Praxis absolvieren und so schon einmal in den Praxisbetrieb hineinschnuppern können.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wollen den Austausch zwischen Medizinstudierenden und niedergelassenen Ärzten fördern und haben jetzt eine bundesweite Famulaturbörse im Internet eingerichtet.

Außerdem gibt es in dem Portal auch umfangreiche Informationen über die Möglichkeiten der Niederlassung für junge Ärzte und Medizinstudierende. Das Portal im Internet: www.lass-dich-nieder.de

Aktuell sind 630 Stellen im Portal hinterlegt. Bisher gab es ein solches Angebot und Unterstützung durch die jeweiligen KVen nur in einigen Bundesländern.

Je nachdem, wie aktiv die KV derartige Aktivitäten zuvor bereits regional gefördert hat, ist das Angebot in den einzelnen Ländern daher unterschiedlich gut: In Schleswig-Holstein findet sich beispielsweise keine Stelle für eine Famulatur bei einem Allgemeinmediziner. Auch in Frankfurt sucht man vergebens.

Dafür gibt es zum Beispiel in 50 Kilometer Umkreis von Mainz immerhin 24 Stellen, allein vier in Mainz selbst. Niedergelassene Ärzte können Angebote für Famulaturen kostenlos einstellen, sobald sie sich registriert haben.

Übersichtskarte und Liste mit Kontakten der Ärzte

Die neue Website mit Famulaturbörse ist Teil der Nachwuchskampagne "Lass dich nieder!" von KBV und KVen.

"Die Famulatur ist gut geeignet, um frühzeitig Einblicke während des Studiums in den Praxisalltag zu bekommen. Mit der Famulaturbörse wollen wir jungen Medizinern bei der Suche nach einem Famulaturplatz in einer Haus- oder Facharztpraxis unterstützen und sie für den Weg in die Niederlassung motivieren", sagte Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV, laut Mitteilung der KBV am Montag in Berlin.

Mit Hilfe der Suchmaske auf der Website www.lass-dich-nieder.de können Medizinstudierende nach den Kategorien Postleitzahl/Region und Fachrichtung filtern.

Auf Knopfdruck erscheinen dann eine Übersichtskarte und eine Liste mit den Kontakten der Ärzte in der gesuchten Region.

Niedergelassene Haus- und Fachärzte, die eine Famulatur in ihrer Praxis anbieten wollen, können sich in der Famulaturbörse registrieren. "Wir wünschen uns, dass sich viele Kolleginnen und Kollegen mit einem Famulaturplatz anmelden", sagte Gassen.

Er betonte zudem, dass sie einen wichtigen Beitrag für die Ausbildung des Medizinernachwuchses leisteten und somit auch helfen, künftig die ambulante Versorgung sicherzustellen. (ger)

Die Registrierung für Ärzte mit einem Famulaturplatz finden Sie unter https://famulaturboerse.lass-dich-nieder.de/arzt/registrierung

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder Zweite wartet bis zu drei Wochen auf den Facharzt

Die Ressource Arzt wird knapper – das spiegelt sich in den Wartezeiten wider. Und: Jungen wird die Work-Life-Balance wichtiger. Die Patienten haben dafür oft wenig Verständnis. mehr »

Welche Blutdruckmessung liefert die genaueste Risikovorhersage?

Was ist die zuverlässigste Methode der Blutdruckmessung, um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Tod eines Patienten vorherzusagen? Zwei Messungen schnitten in einer aktuellen Studie am besten ab. mehr »

Mammografie-Screening kann sich auch bei Männern lohnen

Männer mit erhöhtem Brustkrebsrisiko profitieren ebenfalls von einer Mammografie-Reihenuntersuchung, wie eine Studie bestätigt. mehr »