Ärzte Zeitung online, 07.12.2018

Medizinstudium

In die richtige Richtung

Kommentar von Wolfgang van den Bergh

vdb

Schreiben Sie dem Autor vdb@springer.com

Es ist sicherlich nicht revolutionär, aber ein Schritt in die richtige Richtung. Es geht um den verabschiedeten Entwurf der Wissenschaftsminister für einen Staatsvertrag, der die Zulassung zum Medizinstudium regelt.

Wirklich neu sind dabei zwei Dinge: Zehn Prozent der Bewerber soll der Zugang zum Studium durch eine „zusätzliche Eignungsprüfung“ völlig unabhängig von der Abinote gewährt werden. Zudem sieht der Entwurf vor, dass Länder auch eine Quote für beruflich Qualifizierte ohne Abitur bilden können. Warum das klassische Auswahlverfahren nach der Abibestenquote von 20 auf 30 Prozent ausgeweitet wird, erschließt sich nicht zwangsläufig, trotz des Hinweises auf wissenschaftliche Erkenntnisse.

Gut ist aber, das Auswahlverfahren der Hochschulen, immerhin 60 Prozent, näher unter die Lupe zu nehmen. Jetzt sollte wirklich Tempo gemacht werden. Schade, dass die Kreativität der Politik immer wieder erst durch Urteile des Bundesverfassungsgerichts (Dezember 2017) „angeregt“ werden muss.

Lesen Sie dazu auch:
Kultusministerkonferenz: Medizinstudium – neue Chancen für Interessierte?

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[10.12.2018, 12:53:44]
Dr. Christoph Luyken 
nicht in die richtige Richtung
Die Quote für die Einserabiturienten auszuweiten, ist m.E. der falsche Weg, genau der, von dem wir doch eigentlich wegkommen wollen.
Vorerfahrungen zu berücksichtigen ist sehr gut, die Beschränkung auf Rettungssanitäter jedoch sinnlos, denn die Notfallmedizin ist nur eine von vielen anderen Fachrichtungen!
Empathie ist sicherlich die Qualität, auf die es am meisten ankommt - in den meisten Fachrichtungen.
Natürlich spielen auch andere Kriterien eine Rolle. Man wird also mit einem Mix verschiedener Auswahlkriterien leben müssen, solange die Anzahl der Studienplätze so krass unter dem Bedarf liegt. Allerdings ist die Wartezeit immer noch besser als irgendwelche fragwürdige Kriterien.  zum Beitrag »

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