Ärzte Zeitung, 17.10.2012

Kommentar zur IGeL-Umfrage

Ohne jeglichen Erkenntnisgewinn

Von Matthias Wallenfels

Und es war mal wieder an der Zeit: Am Montag veröffentlichte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) medienwirksam die Ergebnisse seiner nicht repräsentativen Umfrage zu Selbstzahlerleistungen in der Praxis.

Basierend auf den Auskünften von rund 1500 Umfrageteilnehmern wurde - wie war es bei diesem Initiator anders zu erwarten! - wieder einmal gezeigt, wie schlecht es um die Patienten stehe, wenn sie raffgierigen Ärzten in der Praxis ausgesetzt seien, die nur ihren Geldbeutel im Blick haben und deshalb massiv Druck ausüben, damit Individuelle Gesundheitsleistungen in Anspruch genommen werden.

Der auf die Vorstellung der Studie folgende, an neuen, evidenzbasierten Erkenntnissen arme, dagegen an bekannten, eminenzbasierten Argumenten reiche Schlagabtausch mit Schlagseite war für eine inhaltliche Weiterentwicklung der seit langem brodelnden IGeL-Diskussion keineswegs dienlich.

Hier wurde Mainstream geboten, Vorurteile fanden Bekräftigung, Patienten dürften danach nur noch weiter verunsichert werden - siehe das Medienecho, das sich auf die Seite der vzbv-Linie schlug.

Zielgerichtete Diskurse zur Optimierung einer Dilemma-Situation sehen anders aus.

Lesen Sie dazu auch:
IGeL in der Kritik: Wortgefechte um Evidenz

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Verändern schon wenige Joints das Gehirn?

Bei Jugendlichen, die nur ein bis zwei Mal Cannabis geraucht haben, sind Hirnveränderungen entdeckt worden. Diese könnten eine Angststörung oder Sucht begünstigen. mehr »

Bessere TSVG-Regelungen in Sicht?

Die großen Brocken wie die Aufstockung der Mindestsprechstundenzahl will Gesundheitsminister Jens Spahn nicht anfassen. Eine Nummer kleiner können die Ärzte aber wohl mit Änderungen am TSVG rechnen. mehr »

Daran starb Karl der Große

Karl der Große führte Kriege quer über den Kontinent. Sein großes Reich erstreckte sich von der Elbe bis Spanien. Am Ende könnte eine Lungenentzündung den mächtigsten Mann des Mittelalters niedergestreckt haben, mehr »