Ärzte Zeitung, 02.10.2015

Kommentar zur IGeL-Prävention

Vorsicht vor zu viel Euphorie!

Von Matthias Wallenfels

Das im Juli in Kraft getretene Präventionsgesetz muss sich nach dem Jahreswechsel erst einmal in der Realität bewähren. "Gesundheitsförderung und Prävention sollen dort erfolgen, wo Menschen zusammenkommen - in Kitas, Schulen, am Arbeitsplatz, im Stadtteil oder im Pflegeheim. Dort kann man auch diejenigen erreichen, die bislang kaum gesundheitsfördernde Angebote in Anspruch genommen haben", kommentiert die Bundesregierung.

Findige Unternehmensberater wittern nun die Chance für niedergelassene Haus- und Fachärzte, das IGeL-Geschehen in der Praxis zu beflügeln. Für Kassenprävention sensibilisierte Patienten könnten sie auch - nachhaltig - für die IGeL-Vorsorge erwärmen. Steter Tropfen höhlt also den Stein!

Die Reflexion über die Relevanz der These für die eigene Praxis ist legitim. Ärzte sind dabei aber gut beraten, sich bei allen SelbstzahlerAktivitäten an den IGeL-Dekalog des 109. Deutschen Ärztetages zu halten. Dieser steckt die Leitplanken für das seriöse Anbieten und Erbringen der Wunschleistungen ab.

Wer sich an diese standesgemäßen Anforderungen hält, wird auch jährlich wieder aufkeimende öffentliche Debatten um angebliche Missstände in deutschen IGeL-Praxen ohne Läsionen überstehen.

Lesen Sie dazu auch:
IGeL-Vorsorge: Experten sehen neue Impulse für Prävention

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Weg frei für GroKo-Gespräche – Schulz verspricht Nachverhandlungen

Es war eine Zitterpartie: Weniger als 60 Prozent der SPD-Delegierten auf dem Parteitag stimmten Gesprächen zur Bildung einer große Koalition zu. Nun soll weiterverhandelt werden – auch in Sachen Gesundheit. mehr »

Neuropathie-Test 2.0 – Handy-Vibration ersetzt Stimmgabel

Es genügt ein Handy mit Vibrationsfunktion: An den Fuß eines Diabetespatienten gehalten, zeigt es Forschern zuverlässig an, ob dieser an einer peripheren Neuropathie leidet. mehr »

Pflegerat fordert 50.000 Stellen für die Krankenhäuser

Was hat die Pflegepolitik bewirkt? Die Meinungen sind gespalten: Gesundheitsminister Gröhe lobt die Erfolge der Koalition in der Pflegepolitik. Der Pflegerat hält dagegen. mehr »