Ärzte Zeitung online, 29.12.2016
 

Studie

Deutsche wollen weniger Stress im neuen Jahr

Kurz vor Neujahr fassen viele Deutsche Vorsätze für ein gesünderes Leben. Besonders ein Wunsch steht dabei im Mittelpunkt. Das ist auch eine Chance für Ärzte.

Von Marco Hübner

BERLIN. Es gibt einen neuen Spitzenreiter unter den Neujahrsvorsätzen: 57 Prozent der Menschen in Deutschland wollen im kommenden Jahr zuallererst beruflichen und privaten Stress reduzieren – oder sogar gänzlich vermeiden. Klassische Vorsätze, wie der Verzicht auf den Glimmstängel oder das Abtrainieren von Bauchspeck, werden für 2017 weniger häufig gefasst. Das ist Ergebnis einer aktuellen Analyse des Finanz-Portals Vexcash.

Insgesamt gesehen fasse nur jeder zweite von fünf Deutschen einen guten Vorsatz für das neue Jahr. Viele verzichten der Studie zufolge, weil sie davon ausgehen, ihr Vorhaben nicht durchzuhalten.

52 Prozent wollen gesünder essen

Jene, die mit guten Vorsätzen in das neue Jahr gehen, nehmen sich in erster Linie vor, Stress zu vermeiden (57 Prozent). Viele setzen sich zum Ziel, mehr Sport zu treiben (52 Prozent), gesünder zu essen (47 Prozent) und abzunehmen (31 Prozent). Zwölf Prozent wollen weniger Alkohol trinken und elf Prozent beabsichtigen, das Rauchen aufzugeben. Dies bleibt nicht ohne Konsequenzen für die Gesundheitswirtschaft und ist eine Chance für Ärzte.

Der Analyse zufolge ist der Monat Januar die aussichtsreichste Zeit für Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen und -produkten. Dazu zählen auch Ärzte, die individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), wie etwa Kurse zur Raucherentwöhnung anbieten. Wer Leistungen anbietet, sollte also speziell Patienten im ersten Quartal auf die Angebote hin ansprechen, um sie bei der Umsetzung ihrer guten Vorsätze zu unterstützen. Denn: Durch die frisch gefassten Pläne für ein gesünderes Leben, ist die Motivation, ärztlichen Rat anzunehmen, besonders hoch. Ebenfalls die Fitness-Industrie profitiert im Januar: Laut Vexcash-Analyse schießen Neuanmeldungen für Diätkurse und Fitness-Studios, sowie die Downloadzahlen von Fitness-Apps regelmäßig in die Höhe.

Einbußen für Bierbrauer

Aufgrund der Vorsatz-Philosophie der Deutschen verzeichne die Alkohol- und Tabakbranche hingegen herbe Umsatzeinbußen im Januar. Der Absatz für Zigaretten sinke im Schnitt um etwa 27 Prozent und die Bierbrauereien verbuchten ein Umsatz-Minus von durchschnittlich 150 Millionen Euro im Vergleich zum Vormonat Dezember. Der Wille, diesen und anderen Versuchungen zu widerstehen, ist allerdings in vielen Fällen nur von kurzer Dauer, schreiben die Studienautoren.

Ein Viertel der Menschen mit guten Vorsätzen für das neue Jahr resigniere bereits nach einem Monat, 56 Prozent hielten zumindest ein Vierteljahr ihre inneren Abmachungen ein. Bis zu den Sommermonaten scheinen die gesteckten Ziele vergessen, heißt es in der Analyse. Und: Nur noch zwei Drittel der neu angemeldeten Fitness-Studiogänger betätige sich noch sportlich. Doch immerhin schaffen es der Studie zufolge fünf von 100 Rauchern nach ihrem Silvester-Entschluss dem Glimmstängel komplett fernzubleiben – nicht selten auch dank ärztlicher Unterstützung.

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