Ärzte Zeitung, 04.08.2015

Tracking von Vitaldaten

Direkter Draht zum Arzt nicht immer beliebt

Das automatische Messen von Vitaldaten liegt im Trend. Trotzdem wollen über 40 Prozent der Bundesbürger selbst entscheiden, welche dieser Daten beim Arzt landen.

KÖLN. Wenn es um die Bewertung der automatischen Messung und Übertragung von Vitaldaten an den Arzt geht, ist die Bevölkerung gespalten.

42 Prozent möchten selbst entscheiden, wann der Arzt Informationen über den Blutdruck oder die Herzfrequenz bekommt. Ebenfalls 42 Prozent sehen dagegen einen Vorteil darin, dass der Arzt informiert wird, wenn kritische Werte erreicht werden. Insgesamt 51 Prozent bezweifeln, dass die Technik wirklich zuverlässig funktioniert.

Das zeigt der gerade veröffentlichte "Sicherheitsreport 2015", den das Institut für Demoskopie Allensbach und das Centrum für Strategie und Höhere Führung im Auftrag der Deutschen Telekom erstellt haben.

Basis waren 1393 persönliche Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahren im Juni 2015.

Sensoren können Älteren im Notfall helfen

In der Befragung hatten 38 Prozent angegeben, dass sie die Messung der Vitaldaten über ein Armband und die automatische Übermittlung an den Arzt persönlich gut brauchen könnten.

30 Prozent fänden Sensoren in der Kleidung nützlich, die Stürze registrieren und automatisch eine Notrufzentrale oder eine Kontaktperson benachrichtigen. Gerade bei den Menschen ab 60 Jahren stoßen solche Angebote auf das größte Interesse.

75 Prozent derjenigen, die den neuen technischen Möglichkeiten positiv gegenüberstehen, vertrauen darauf, dass der Arzt durch die Übertragung der Vitaldaten über kritische Entwicklungen früh informiert ist.

54 Prozent schätzen die Sicherheit, dass der Arzt immer alle wichtigen Informationen über sie hat.

Von allen Befragten befürchten nur 29 Prozent, dass die aufgezeichneten Daten in falsche Hände geraten könnten. 21 Prozent möchten überhaupt nicht, dass ihr Blutdruck oder ihre Herzfrequenz aufgezeichnet werden.

Gefragt, worüber sie sich persönlich große Sorgen machen, nannten mit einem Anteil von 48 Prozent die meisten Pflegebedürftigkeit im Alter und Demenz, vor Altersarmut (43 Prozent) und lebensbedrohlichen Krankheiten wie Krebs (41 Prozent). (iss)

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