Ärzte Zeitung online, 07.12.2017
 

Umfrage

Patienten suchen häufig Rat im Netz

Von Marco Hübner

FRANKFURT AM MAIN. Bei gesundheitlichen Fragen führt der Weg für viele Menschen heute nicht mehr direkt in die Praxis oder die Apotheke, sondern ins Netz: 80 Prozent der in Deutschland lebenden Internetnutzer suchen im Internet nach Informationen über Krankheitsbilder, Behandlungsmöglichkeiten und Gesundheitstipps oder auch nach Ärzten, Krankenhäusern oder Medikamenten.

Das ist Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zur Online-Beteiligung in Gesundheitsfragen, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Neben seiner Funktion als Informationsplattform wird das Internet demnach vor allem zum Kauf von Medikamenten genutzt. 61 Prozent der Umfrageteilnehmer haben angegeben, bereits online Medikamente bestellt zu haben. 47 Prozent kaufen der Studie zufolge mindestens einmal im Jahr Arzneimittel online, 21 Prozent mindestens einmal im Monat.

Weitaus weniger häufig wird das Internet dazu genutzt, den Arztbesuch zu bewerten: "Über alle Altersgruppen hinweg ergreifen 76 Prozent der Internetnutzer diese Chance nie, immerhin 24 Prozent machen zumindest gelegentlich davon Gebrauch", schreiben die Studienautoren. Für die Untersuchung, die die Universität Leipzig umgesetzt hat, wurden nach Angaben des DIVSI insgesamt 1115 Internetnutzer in Deutschland ab 16 Jahren befragt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Frauen schuld an "Männergrippe"?

Jammernde Männer mit Erkältung sind keine Weicheier, sie leiden tatsächlich stärker. Das liegt wohl am Testosteron. Und an Frauen, die testosterontriefende Männer bevorzugen. mehr »

Stammzellgesetz – Bremse für Forscher?

2002 gab es um die Forschung an menschlichen embryonalen Stammzellen eine hochemotionale Debatte. Heute ist der Pionier von ehedem mit dem Stand seiner Arbeit zufrieden. Doch nicht nur er fürchtet durch das Stammzellgesetz Nachteile für Forscher in Deutschland. mehr »

Ebola-Überlebende auch 40 Jahre später noch immun

Eine Forscherin machte sich auf die Suche nach den Überlebenden des ersten Ebola-Ausbruchs – und verspricht sich davon wichtige Erkenntnisse. mehr »