Ärzte Zeitung, 21.07.2016
 

HB-Umfrage

Pflichtquartal wird abgelehnt

Eine Online-Umfrage des Hartmannbunds zum Masterplan zeigt große Skepsis bei Medizinstudierenden.

BERLIN. Medizinstudierende zeigen sich unzufrieden mit den bisher bekannt gewordenen Ergebnissen zum Masterplan Medizin 2020. Das geht aus einer Online-Umfrage des Hartmannbundes hervor. Die Laufzeit dieser Umfrage betrug eine Woche, die Teilnehmerzahl gibt der Verband mit 8314 an. Abgefragt wurden zentrale Ergebnisse des vorläufigen Kompromisses zum Masterplan:

"Was halten sie von einem PJ-Pflichtquartal in der ambulanten Versorgung?": Nur rund 15 Prozent befürworten diese Idee, 78,4 Prozent halten sie für "nicht gut", sechs Prozent der Teilnehmer ist dies "egal".

"Im mündlichen Staatsexamen nach dem PJ soll die Allgemeinmedizin als verpflichtendes Prüfungsfach eingeführt werden. Wie finden Sie das?" 13,3 Prozent signalisieren hier ihre Zustimmung, dagegen werten knapp 80 Prozent der abgegebenen Stimmen dieses Vorhaben als "nicht gut", fast sieben Prozent der Antwortenden haben dazu keine Meinung.

"Die Länder sollen die Möglichkeit erhalten, eine Landarztquote einzuführen. Was halten Sie davon?": Zwar lehnen rund 69 Prozent eine solche Landarztquote ab, doch ist die Zustimmung zu diesem Instrument mit 21 Prozent unter den Teilnehmern am größten. 9,1 Prozent der Teilnehmer haben dazu keine Meinung.

Die Umfrage sei anonym gewesen , sodass Mehrfachteilnahmen nicht völlig ausgeschlossen werden können, sagte Dörthe Arnold, stellvertretende HB-Sprecherin. Sie verwies aber auf den hohen Mobilisierungsgrad der Studierenden bei diesem Thema.

Die Ergebnisse der Umfrage bestätigen die überwiegend skeptische Haltung der Medizinstudierenden zu dem Reformpaket des Masterplans. Unterdessen wird zwischen den Ländern besonders heftig um die Landarztquote gerungen, eine endgültige Einigung wird im Herbst erwartet.

Die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (DEGAM) wollte sich auf Anfrage nicht zu den Ergebnissen der HB-Umfrage äußern. Man wolle erst die Verabschiedung des Gesamtpakets abwarten, bevor man sich zu einzelnen Elementen des Masterplans äußere, hieß es.

Eine ähnliche Umfrage des Marburger Bundes unter 1700 Medizinstudierenden war im Februar auf harsche Kritik der DEGAM gestoßen. Dabei wurde vor allem die Methodik der Befragung in Zweifel gezogen. (fst)

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